Wizo – Der (Review)

„Wizo haben ein neues Album“, hieß es plötzlich in diesem Sommer. Ich war entzückt. Haben die Jungs doch auf „Bleib tapfer“ und „Uuaarrgh“ ohne Ende Hymnen fabriziert. So herrlich schräg, so herrlich ehrlich und so herrlich gemein. Bester deutscher Punk halt. Und deshalb blende ich auch gerne aus, dass da bis heute auch zwischendrin immer mal wieder Rohrkrepierer und Durchschnittskost dabei waren.

„Der“ ist jetzt leider so eine Veröffentlichung geworden, die sich nicht nachhaltig festsetzen wird. Sicher, die Themen stimmen (immer noch): Scheiß Nazis, scheiß Konsum, scheiß Apathie und so. Alles wichtig und (immer noch) richtig. mit „Wahlkrampf“ und „Verwesung“ hat man zwar zwei solide Punksongs drauf, mit „Apocalypso“ gar einen Pogokracher, der live sicher noch besser zündet. Und ja, mit „Chaostage94“ sowie „Déja Vu“ ist auch was mit Ohrwurmpotenzial dabei.

Mit Abstand ganz oben ist aber der Song „Wahrheit“, textlich gerade voll im Trend mit den ganzen Verschwörungsanhängern und besorgten Bürgern da draußen – der Track macht richtig Spaß und da kommt keiner der anderen Songs ran (höchstens das fast ebenso herrliche „Dummheit“). Aber so insgesamt reißt mich das Album einfach nicht vom Hocker.

Adagio, Bierboot, Antifa, Trübsal, Lieblinge, Hässlicher Punker … Alles leider doch nicht so die Bringer. Obwohl die Bandbreite von Schrabbelpunk bis zu Poppunk, von schnell bis langsam, von tiefsinnig bis anspruchslos wirklich alles wünschenswerte abdeckt. Aber der Funke … Der verdammte Funke springt einfach nicht richtig über Das war zuletzt bei anderen Bands, wie z.B. bei Auf Bewährung, ganz anders. Im Booklet kann man detailliert nachlesen, dass einige Songs schon viele Jahre auf dem Buckel haben. Ob es daran liegt, dass die Qualität so schwankt und das nicht wie aus einem Guss klingt?

Highlights:
Wahrheit
Dummheit
Apocalypso

Lowlights:
Lieblinge
Hässlicher Punker

Fazit: Nur wenige Highlights – Der Wizo braucht leider(!) dringend eine Frischzellenkur. 

Christopher sagt: 6p    (6 / 10 Punkte)

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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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