Review: The Menzingers – Chamberlain waits

In was für einer bescheidenen Welt leben wir eigentlich, dass ich auf so eine gute Band wie „The Menzingers“ zufällig bei einem You-tube-Streifzug stoßen muss? Es ist ja nicht so, dass die nun grade gestern dachten „Hopp jetzt! Band gründen!“ Nö. The Menzigers haben bereits 2007 mit „A lesson in the abuse of information technology“ ein tolles Punk-Rock-Album raus gebracht, nach welchem das Talent dieser Band bereits hätte ersichtlich sein sollen. Es dauert allerdings vier weitere Jahre bis dieses Talent auch der Plattenfirma Epitaph Records auffiel, und erst in diesem Jahr wurden „The Menzingers“ gesignt. Was sicherlich nicht zuletzt an dem 2010er  Album „Chamberlain waits“ gelegen hat, welches den Jungs endlich die Beachtung bringen sollte, die sie verdient haben.
The Menzingers haben ihren ganz eigenen Stil. Es dauert nicht lange und man kann einen Song der Band zuordnen. Ein gutes Zeichen. Das liegt erst einmal an den beiden außergewöhnlichen Stimmen von Tom May und Greg Barnett und vor allem daran, wie sie diese nutzen. The Menzingers sind ein Wust aus Pop-Rock, gepaart mit ausbrechenden Punk-Anfällen. Mal plüschig poppig, im nächsten Moment alles rockig zerschreddernd. Lieblich säuselnder Gesang, der im nächsten Moment in psychopatisches Gekreische umschwenkt. Da gibt es ständige Tempowechsel, und Songs, die augenblicklich ihre Richtung ändern. Interessant, manchmal schwer nachvollziehbar, und halt immer „Menzingers-like“. Sicher ist nur, das nichts sicher ist. Und das ist gut so. Denn die besten Songs auf „Chamberlain waits“, sind die, die alles vorher besagte an Bord haben. „I was born“ beispielsweise ist ein toller Pop-Rock-Song, der phasenweise durch eine Prise „Geschrei“ angetrieben wird. „Tasker-Morris-Station“ geht in die selbe Richtung. Das ist ein toller Pop-Punk-Rock-Wust, der gut zu hören ist. Das eigentliche Hightlight kommt aber erst noch. „Deep sleep“ ist für mich einer der besten Songs, die ich in 2010 gehört habe. Ein großartiger Song mit einer unglaublichen Melodie. Da ist alles drin was man haben muss. Versucht mal die Melodie aus dem Gehirnbehälter zu bekommen. Klappt bei mir schon über ein Jahr nicht wirklich … zum Glück.

Schwächeln tun „The Menzingers“ wenn die Songs ruhig bleiben wie bei „Male Call“ und „Chamberlain waits“. Hier fehlt dann einfach diese „Verrückheit“, die die Band ausmacht. Ab und an ist das auch alles nicht mehr so angriffslustig wie auf dem Vorgängeralbum.  Hier und da klingt „Chamberlain waits“ auch etwas unrund, aber ich bin mir trotzdem sicher, dass man von „The Menzingers“ in Zukunft noch eine ganze Menge an schönem Wust hören wird. Das Talent hierfür ist jedenfalls mehr als gegeben.

Highlights:
– „Deep sleep“ , wow!
– Eigener „unverkennbarer“ Stil

Lowlights:
– Langsame Songs sind schwach
– teils sehr poppige Passagen

Fazit:
Next stop … Tasker-Morris Station! Oh, hier bin ich richtig!

Manuel sagt:
(7 von 10 Punkten)
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Manuel

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2 Responses

  1. 25. November 2011

    […] beim Review zum neueren Werk der Menzingers “Chamberlain waits” verwies ich auf den für mich stärkeren Vorgänger “A lesson in the abuse of […]

  2. 16. August 2012

    […] habt ihr liebe Menzingers! Obwohl die letzten schönen Sachen der Herren im Form des 2011er Albums Chamberlain waits sowie einem Area4-Auftritt im selben Jahr noch nicht so lange her sind, freute ich mich anfangs sehr […]

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