TALCO Konzert in der Hamburger Fabrik (Support: The Prosecution)

Wochenende. Punkkonzert. Was gibt’s besseres?! Nix eigentlich. Und so war ich am vergangenen Freitag bester Laune, als es in die Fabrik nach Hamburg ging. Dort traten The Prosecution (Yeah!) und TALCO (DoppelYeah!) bereits den zweiten Abend in Folge auf, nachdem man am Tage zuvor noch ein Zusatzkonzert auf die Beine gestellt hatte.

Und was soll ich sagen: Es war der pure Skapunk-Wahnsinn. Schon auf den Support-Act The Prosecution aus Abensburg habe ich mich mächtig gefreut. Meine Erwartungen waren hoch, denn die letzten beiden Alben haben hier beste Bewertungen abgeräumt. Los ging’s mit Ironic Phases (erste Single aus „At The Edge Of The End“) und dem Song 1989. Schnell hatten die Jungs auch das Hamburger Publikum mit ihrer Dynamik und Spielfreude angesteckt. Im Pit ging’s schon gut zur Sache. 45 Minuten lang wurde gerockt, was das Zeug hält.

Die Setlist umfasste insgesamt zehn Songs. Neben Still Friends und Last Shot gings vor allem bei A New Sensation ordentlich ab. Der Song knallt halt auch live richtig. Das hätten Sie nur noch mit King Mammon’s Returning und The Big Bad White toppen können, aber meine beiden Lieblingssongs des aktuellen Album haben es nicht ins Programm geschafft. Vielleicht ja dann beim nächsten Mal als Sahnehäubchen.

Nach kurzer Umbauphase enterten dann auch schon Talco die Bühne. Von der ersten Sekunde zog der Patchanka/Combat Ska Sound das Publikum in seinen Bann. Unglaublich mit was für einer Energie da losgefeuert wird. Egal ob Il Tempo, El Sombra oder L’odore della morte – es ist einfach eine wahre Freude. Die Band hat inzwischen auch einfach so viele Hits, dass es fast unmöglich ist, einzelne Songs herauszuheben. Gerade in Hamburg entfaltet der St. Pauli Song natürlich noch einmal seine ganz eigene Faszination. Das Publikum ließ sich da auch nicht zweimal bitten und stieg direkt mit ein. Überhaupt waren die Hamburger an diesem Abend extrem aktiv. Da wurde in einer Tour gegröhlt und getanzt, geklatscht und gemosht und natürlich gab es ohne Ende Crowdsurfer. Der ein oder andere dürfte allerdings doch recht viele blaue Flecken davongetragen haben. So manchenAbsturz konnte man durchaus beobachten 😀

Kurz vor’m Überkochen war die Stimmung dann aber natürlich auch bei den wohl bekanntesten Songs der Italiener: Punta Raisi, Tortuga und Bella Ciao haben die Fabrik so richtig durchgeschüttelt. Viel mehr Emotion kann man von solch einem Ska-Fest eigentlich nicht erwarten. Neben der Action vor der Bühne hat auch die Band wirklich alles gegeben. Der Saxophonist und der Trompeter waren echte Wirbelwinde auf der Bühne und haben ständig mit dem Publikum interagiert. Ein ganz lustiger Kontrast dazu war zwischendurch immer wieder Sänger Dema, der hin und wieder doch etwas verschüchtert wie ein aufgeschrecktes Reh am Mikro stand, bevor auch er wieder über die Bühne tobte. Und so brannten TALCO knapp eineinhalb Stunden(?) ein echtes Skafeuerwerk ab und beendeten das Konzert standesgemäß mit zusammen mit unzähligen Fans auf der Bühne. Chapeau!

Nachdem ich die „Talco 10 years – Live in Iruna“ CD im Auto ohne Ende rauf und runter gehört hatte, waren meine Erwartungen wirklich extrem hoch an dieses Konzert. Ich wurde nicht enttäuscht und bin wirklich mit extrem breiten Grinsen nach Hause. Absolut fette Vollgas-Veranstaltung von zwei Klasse Bands. Wenn ihr die Chance habt, schaut euch Talco auf jeden Fall noch auf dieser Tour an. In diesem Monat sind sie noch in Stuttgart (08.04.), Wien (14.04.), München (15.04.) und Köln (16.04.).

Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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