Review: Rise Against – Endgame

Tja, zu Rise Against braucht man wohl nicht mehr viel sagen. Früher die große Nummer im Melodic-Hardcore-Bereich, dann die große Nummer im Punk-Rock-Bereich und mittlerweile die große Nummer im Stadion-Rock-Bereich. Eine Entwicklung, die ich trauernd verfolge, aber tolerieren kann, da Rise Against alles was sie tun immer mit sehr viel Hingabe tun, sich sozial sehr engagieren und keine Möglichkeit auslassen auf Missstände in der Welt hinzuweisen. Enttäuscht hat mich die Truppe um Tim McIlrath jedenfalls ganz selten. Zudem gibt ihnen der Erfolg ja Recht, und sie sind mittlerweile zu einer Headliner-Band bei fast jedem Festival geworden. Mit „Endgame“ schickt Rise Against nun ihr 6. Studioalbum ins Rennen.
Bevor ich ein weiteres Rise Against-Album höre bin ich mir zweierlei Sachen immer sicher. Erstens werde ich kein schlechtes Album hören, denn die Jungs sind so großartige Musiker, dass sie quasi unfähig sind schlechte Musik zu machen. Und ich werde nie wieder ein überragendes Album wie „Siren Song of the Counter Culture“ von Rise Against bekommen, da sie nicht mehr so konsequent und kompromisslos Gas geben wie noch 2005.

Und welch Überraschung! „Endgame“ macht da keine Ausnahme. Das ist ein riesig produziertes Stück Musik. Vom Allerfeinsten. Tiefsinnig, und mit viel Herzblut abgeliefert. Frontsau Tim klagt und singt sich gewohnt weltklasse durchs Album. Aber es ist eben meistens Rock. Das ist eigentlich ja nichts schlimmes, bei Rise Against aber dann irgendwie doch. Meckern möchte ich aber eigentlich gar nicht…

Denn „Disparity by design“ oder „Sattelite“ sind sogar wieder richtig tolle Songs geworden, die mir sicher auch wieder auf den gut sortieren Party-Playlists meiner Freunde begegnen werden. In solchen Momenten machen Rise Against immer noch richtig Laune und gehen gut nach vorne. Aber das sind nur zwei von insgesamt zwölf songs. Der Rest ist gehobenes Mittelmass. Mal etwas besser wie bei „Help is on the way“, „Architects“, oder “This is letting go”. Mal etwas schlechter wie bei “Broken mirrors” oder “Midnight hands”. Durchweg sind es aber alles Songs, die sich niemals mit alten Klassikern wie „Give it all“ , „ Prayer of the refugee“ oder das etwas neuere „Savior“ messen können. Dieses Gefühl, sein Wohnzimmer auseinander nehmen zu müssen, weil man nicht weiß wohin mit der von Rise Against erzeugten Energie, ist nur noch selten da. Und das ist unendlich schade.

„Endgame“ ist ein fantastisches Album … aber halt eher zum Auto fahren. Zum Feiern nehme ich aber lieber die alten Scheiben. Oder gar andere Bands. Und zu allem Überfluss fehlt dieses Mal sogar der Balladen-Kracher der sich in die Reihe „Swing life away“, „Roadside“, „Hero of war“ gesellt. Noch ein Highlight welches „Endgame“ abgeht. Denn nach wie vor haben auch Rise Agaist ihre stärksten Momente, wenn es entweder richtig nach vorne geht, oder aber das Tempo ganz rausgenommen wird und nur Tim McIlrath´s Gesang dominiert. Fehlanzeige diesmal.

Nun habe ich also doch gemeckert…  weil Rise Against aber auch so viel mehr noch bieten könnten … man könnte förmlich aus der Haut fahren, wenn man es nicht wieder vorher gewusst hätte.

Was bleibt ist ein Album, welches mich phasenweise ganz leicht enttäuscht, aber auch nur weil man einfach besseres von ihnen gewohnt ist. Denn im Endeffekt ist es ja so, dass es nur wenige Bands gibt, die selbst ein schwächeres Rise Against-Album wie „Endgame“ überhaupt einspielen könnten.

Meckern auf allerhöchstem Niveau also und deshalb trotzdem eine klare Kaufempfehlung!

Highlights:
– „Disparity by design“ und „Sattelite“ sind klasse Songs.
– Keine Aussetzer. Das Album kann durchlaufen.
– Tim McIlrath ist gewohnt weltklasse.

Lowlights:
– die Rise-Against-typische Killer-Ballade fehlt.
– 1-2 Kracher hätten es noch sein dürfen

Fazit:
Nicht das Beste, aber ein gutes Album von Rise Against.

Manuel sagt:
(8 von 10 Punkten)
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Manuel

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