Review: The Subways – Money and Celebrity

The Subways sind offensichtlich eine ganz wunderbare Wohlfühl-Rock’n’Roll Band. Hier eckt nix an, hier ist nix fies oder gemein und zu hart sind die Lieder schon mal gar nicht. Easy Listening (Pop-)Rock vom Anfang bis zum Ende. Dazu kommen seichte laaalaaala-Texte á la „This is Friday, this is my day, you can’t take that from me“ oder „It’s a party, so here we go, it’s a party, don’t you know it don’t get much better, we gonna make it such an awesome party“ – und die lassen von Beginn an keinen Zweifel daran, dass man hier keine sonderlich tief- und/oder scharfsinnigen Lyrics oder gar Gesellschaftskritik erwarten darf. Eigentlich ist das aber auch gar kein Problem. Hier gibt’s zwar nirgends auf die Fresse und alles ist ein wenig weichgespült, aber die Songs kommen zumindest zu einem guten Teil äußerst sympathisch rüber und man lauscht dem Ganzen mit einer übers ganze Album haltenden positiven Grundstimmung. Ja, hin und wieder kann man sogar auch mal den Fuß ein wenig wippen lassen und wenn ich nicht so ein Tanzlegastheniker wäre, würde ich zu einigen Songs sicher auch meine Hüften auf der Tanzfläche kreisen lassen.

Bombige Hits kann ich zwar nicht entdecken und ich kann auch nicht sagen, dass mir jeder Song auf diesem Album gefällt, da es auch schon mal ganz gut zwischen langweilig und monoton hin und herwabert, aber es gibt durchaus den einen oder anderen hörenswerten Ausreißer nach oben. Vor allem, weil die Lieder einfach sehr gefällig daherkommen: It’s A Party macht genauso Spaß beim Hören wie I Wanna Dance With You oder Like I Love You – da kann man nicht meckern. Gelungene Poprockmusik. Auch We Don’t Need Money To Have A Good Time macht durchaus Laune. In zweiter Reihe dürfen sich dann, die offenkundig für’s Album namensgebenden Songs, Money und Celebrity einreihen. Hören kann man aber auch die durchaus noch. Popdeath und Leave My Side machen es mir da allerdings schon etwas schwerer. Nicht, dass die Songs wirklich schlecht wären (das kann man im Grunde zu keinem der Songs wirklich sagen), aber so richtig zünden die halt einfach nicht.
Ein besonderes Schmankerl für die deutschen Fans soll wohl zum Abschluss des Albums eine zum Teil eingedeutschte Version von We Don’t Need Money To Have A Good Time darstellen. Bei den kleinen Mädels, die sich bei den Konzerten vorne in der ersten Reihe kreischend zerquetschen lassen, dürfte das auch sicher gut ankommen. ich find’s allerdings dann doch eher dämlich.

Highlights:
– Like I Love You
– It’s A Party

Lowlights:
– Ohne Ecken und Kanten, und daher:
–  Auf Dauer schon irgendwie langweilig

Service (Youtube-Videos):
It’s A Party, We Don’t Need Money To Have A Good Time

Fazit:
Tolles Album zum „nebenbei hören“. Beim Fenster putzen, beim Essen machen, Bügeln, Auto fahren oder Kreuzworträtsel lösen … kein Song fällt so richtig ab, aber es ist halt auch kein richtiger Kracher dabei. Eigentlich wollte ich ja eine schlechtere Wertung vergeben, aber: Letztlich ist es auch mal ein Pluspunkt, dass man ein Album einfach mal so stressfrei durchhören kann, ohne zwischendurch immer mal wieder die Hände über den Kopf schlagen zu müssen.

Christopher sagt:
  (6 von 10 Punkten)
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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

2 Responses

  1. IT-Heini sagt:

    Ich muss zugeben, dass ich das aktuelle Album auch nicht so dolle find (Gibt aber auch weitaus schlimmeres!).
    Dafür fand ich die beiden Vorgänger-Alben nicht schlecht! Und auf Festivals sind The Subways meiner Meinung nach auch immer einer der besten Acts.
    Hatte auch mal das Glück sie Live in Münster zu sehen (Skaters Palace). Der Hammer!
    Die Spielen immer mit viel Energie. Das mag ich 🙂
    Also für mich definitiv keine „Wohlfühl-Rock’n’Roll Band“! :-p

  2. Christopher sagt:

    Hey, habe jetzt gerade mal in das 2008er Album „All Or Nothing“ reingehört. Und du hast recht, das ist noch ein Stück weit besser als das aktuelle Album.
    Im nächsten Festivalsommer werde ich dann auch mal Ausschau halten – habe sie bisher nur einmal „im Vorbeigehen gehört“.

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