Review: The Sounds – Something To Die For

Die Kombination aus Synthie-Beats, 80er-Einflüssen und Majas rotziger Punkattitüde waren ausschlaggebend dafür, dass sich The Sounds in den letzten Jahren bei mir den Status einer „Lieblingsband“ erspielt haben. Songs wie Hope You’re Happy Now, Living In America, Much Too Long Now oder Painted By Numbers laut aufzudrehen, ist bei mir einer der GuteLauneBringer schlechthin. Da geht kaum was drüber. Mit der dritten Veröffentlichung Crossing The Rubicon wurde ich allerdings schon ein wenig stutzig. Von der unbeschwerten Leichtigkeit der ersten Alben war kaum noch was übrig. Die Songs kamen sperriger daher und echte Kracher waren kaum noch vorhanden. Und heute?

Something To Die For erschien im April und ich bin immer noch nicht ganz warm mit diesem Album geworden. Es ist ganz einfach noch einen Schritt weiter entfernt von dem, was ich an The Sounds immer so geliebt habe.
Zu viel Elektro, verzerrter Gesang, kaum frech und fröhlich, sondern teilweise schon düster. Nein, mit solch einem Album habe ich wahrlich nicht gerechnet. Bei lediglich zehn Songs wird dann auch gleich der erste noch mehr oder weniger als Intro verbraten. Das sich anschließende Dance With The Devil stampft daraufhin mit bedrohlichem Techno-ähnlichem Beginn vor sich hin. Äh? Falsches Album angemacht?
Nein, mit The No No Song hört man dann doch noch vertraute Klänge. Feiner Synthiepop statt stumpfem Stampfelektro. So mag ich das. Durch Diana und Something To Die For (nervig langes Intro) wird man dann auch als Fan der ersten Stunde wieder ein wenig versöhnt. Mein Highlight ist allerdings komischerweise der Song Yeah Yeah Yeah. Zunächst fand ich ihn wegen des Refrains total beknackt, aber nach einigen Durchgängen ist das echt der Song mit der meisten Power. Hier funktioniert der neu eingeschlagene Weg der Band für mich perfekt. Richtig cool!
Erwähnenswert sei an dieser Stelle vielleicht auch noch die Ballade Wish You Were Here – denn ja, singen kann die Dame tatsächlich auch. Alles in allem bleibe ich bei diesem Album aber doch ein wenig enttäuscht vor den Boxen zurück. Auch wenn mir der Auftritt beim Hurricane Festival vor kurzem wieder sehr gefallen hat und auch die neuen Songs live erstaunlich gut funktioniert haben. Ein Album zum „Durchhören“ ist es für mich dann aber doch nicht geworden. Leider.

Highlights:
– Yeah Yeah Yeah
– Diana

Lowlights:
– Zu viele Elektro-Techno-Stampf-Einflüsse
– Majas Stimme teilweise merkwürdig verzerrt
– Nur zehn Songs

Fazit:
Auf diese Platte habe ich mich 2011 am meisten gefreut. Von der eingeschlagenen Entwicklung bin ich ein wenig enttäuscht. Gegen Elektroeinflüsse habe ich eigentlich gar nichts, aber so richtig klasse haben sie das für meinen Geschmack nicht in ihren Sound integrieren können.

Christopher sagt:
(6 von 10 Punkten)
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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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