Review: The Scandals – Time Machines

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„Time Machines“ ist der Name des aktuellen Albums on THE SCANDALS. Stilistisch beheimatet ist der Sound der Jungs aus New Jersey irgendwo zwischen Bouncing Souls, Gaslight Anthem und vielleicht noch Hot Water Music und Rancid. Da weiß man, was einen erwartet: Kerniger, bodenständiger, rauher, aber zugleich melodischer Punkrock.

Das Album ist mit seinen 10 Songs mehr als eine aufgebohrte Variante der 2012er Trenchknife EP. Einige Songs sind zwar bekannt, macht aber nix. Denn erstens sind die bekannten Songs auf der hinteren Hälfte des Albums. Viel wichtiger aber ist zweitens: Die neuen und alten Songs sind qualitativ gleichwertig.

THE SCANDALS schaffen es, einen richtig guten Einstieg ins Album hinzulegen. Der Opener Emerald City gibt ohne Firlefanz richtig Gas. Die kratzige Stimme von Sänger Jared Hart wird gleich zum Trademark und liegt grundsätzlich deutlich hörbar über den Instrumenten, die weniger rauh und kantig daherkommen. Mit Hungry und vor allem Sold On Merit geht es direkt auf hohem Niveau weiter. Letzterer ist dabei einen Tick ruhier, dabei aber nicht weniger aufregend und besticht durch einen extrem eingängigen Refrain.

Leider geht es im Verlauf nicht ganz so gut weiter. Second Thought startet zwar ziemlich perfekt, kommt aber nie mit voller Kraft aus der Kurve. Da wird bei toller Melodie, toller Stimme und toller Gesamtatmosphäre leider einiges verschenkt. Bei Allnighters Acoustic kommt dann der Bruch im Spiel. Hin und wieder gefallen mir Akustiksongs ja doch ganz gut, von diesem bleibt allerdings nicht viel hängen. In der „normalen“ Version kann mich der Songs später dann auch nicht überzeugen.

Gott sei Dank gibt’s noch zwei Highlights. Jersey Sweep legt einen tollen und Uptempo Klangteppich unter den Gesang, der Refrain ist klasse, die verschiedenen Gesangsparts machen Spaß. Da wird man nach der Ballade gleich wieder wachgerüttelt. Trenchknife legt vom Härtegrad noch eine Schippe drauf und überzeugt ebenfalls mit tollem Rhythmus. Astreiner Punkrock, boys! Hinten raus bleibt es mit The Glow und Needle And Thread dann solide, mehr allerdings nicht.

Insgesamt gibt es allerdings den Kritikpunkt, dass das Album auch recht unbeachtet nebenbei durchläuft, ohne dass man aufhorcht. Ist mir einige Male passiert. Irgendwas fehlt da der letzte Funke, um vollends zu überzeugen. Trotz toller Kratzstimme und des typischen Sounds  aus den Dunstkreisen um The Gaslight Anthem / Hot Water Music. Vielleicht war es in diesem Genre zuletzt auch einfach zu viel. Ist man nämlich aufmerksam, so finden sich schon einige Hymnen, die dann doch den Weg in die aktuellen Playlists finden werden.

Highlights:
Jersey Sweep
Trenchknife
Emerald City
Sold On Merit

Lowlights:
Allnighters Acoustic
Needle And Thread

Fazit:
Der Gesamteindruck ist wegen einiger wirklich überdurchschnittlicher Songs gut, Daumen hoch für den New Jersey Punkrock!

Christopher sagt: 7p (7 / 10 Punkte)

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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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