Review: The Black Pacific – The Black Pacific

Jim Lindberg, Ex-Frontmann von Pennywise, hatte die Faxen dicke und hat mit „The Black Pacific“ mal flugs eine neue Band gegründet. Und nachdem man vorab schon lesen durfte, dass sich das neue Projekt musikalisch wohl nicht allzu sehr von der alten Band unterscheiden solle, fing man schon an, sich zu fragen, was denn den Bandwechsel nötig gemacht hatte. In den Weiten des Netzes findet man dann heraus, dass der gute Jim es sich wohl ein wenig mit seinen Bandkollegen verscherzt hatte und dass es sowieso mal an der Zeit sei, „alles komplett selbst zu bestimmen“. Richtig so. Punkrock-Attitüde pur. „Leck mich am Arsch, ich mach was ich will.“ Naja, soll er machen. Ich will ja bloß eins: Möglichst gute Musik von ihm vorgesetzt bekommen. Welcher Name da auf der Verpackung steht, soll mir egal sein.

Und von Beginn an wird auf „The Black Pacific“ auch ordentlich auf die Instrumente eingedroschen. Eben genau wie man es von jemandem erwartet, der 20 Jahre lang selbiges mit Pennywise fabriziert hat. Hört sich gut und über die gesamte Albumlänge sogar durchaus auch musikalisch abwechslungsreich an. Die beiden gesanglich irgendwie runtergeleierten Eröffnungstracks machten es mir allerdings schwer, in das Album reinzukommen. Doch dann wurde ich direkt mit den beiden Highlights belohnt: Living with ghosts und Time is not the reason hängen die restlichen Songs ganz schön ab und haben es vom Start weg auf meine „dich-brauch-ich-für-die-nächste-playlist“-Songliste geschafft. Well done, Jim!

Auch das folgende Almost Rising kann man sich durchaus noch anhören. Die restlichen Songs fallen allerdings etwas ab. Da kommt eigentlich nichts mehr, was einen so richtig aufhorchen lässt. Man hört die Songs so durch, sie tun einem nicht weh, sie sind angenehm punkig, sie haben Druck, aber sie sind allesamt wirklich nichts Besonderes. Solider Durchschnitt, mehr aber auch nicht. Put down your weapons entpuppt sich als einigermaßen mainstreamkompatibel und hinterlässt mit seinem nervig eingängigen Refrain, einen recht veritablen Ohrwurm. Als echtes Kompliment ist das allerdings irgendwie auch nicht zu verstehen. Ruinator dürfte hingegen zumindest bei Livekonzerten noch ein richtiges Brett sein, da spürt man vom Start weg, wie die Menge die Fäuste in die Höhe reckt und ordentlich mitshoutet.
Mein persönlicher Tiefpunkt auf diesem Album ist übrigens das ziemlich tragende Kill Your Idols. Da wird’s sogar noch mal richtig anstrengend, den Song bis zum Ende durchzuhören.

 

Highlights:
– Time is not the reason

Lowlights:
–  Insgesamt nur Durchschnitt

Service (Youtube Videos):
The System, When It’s Over

Fazit:
Im Grunde ist hier am Pazifik alles so, wie es auch schon auf den letzten Pennywise-Alben war: Durchschnittskost mit Melodic- und Hardcoreanleihen, garniert mit zwei wirklich richtig guten Songs. Etwas vom Kaliber wie Bro Hymn Tribute, Fight Til You Die oder Fuck Authority sucht man auf diesem Album allerdings vergeblich.

Christopher sagt:
  (6 von 10 Punkten)
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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

1 Response

  1. 21. Juni 2012

    […] Lindberg der Band den Rücken kehrt und künftig statt Bro Hymn Tribute zu schmettern, lieber was neues machen möchte. Und als ich dann die ersten Töne des nun vorliegenden Albums von Pennywise hörte, […]

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