Review: The Bandgeek Mafia – No disguise

The Bandgeek Mafia? Was für ein Name. Den muss man erstmal sacken lassen. Die Band kommt aus Trier? Das muss man auch erstmal sacken lassen. Die machen Ska-Core? Ska-Core aus deutschen Landen? Das muss man … naja okey, horchen wir besser einfach mal ins 2010 erschienende Album „No disguise“ rein. Ist ja schon das dritte Album der Fünf-Mann-Combo aus Deutschlands ältester Stadt. Hier bekommt jeder eine faire Chance … auch deutsche Ska-Core-Bands …

Wenn mein großer Bruder mir diese Band nicht ans Herz gelegt hätte, wäre sie wohl spurlos an mir vorbeigegangen. Von The Bandgeek Mafia hatte ich nun wirklich noch gar nichts gehört. Dabei waren die Jungs bereits für so tolle Bands wie Streetlight Manifesto, Mad Caddies und Less than Jake als Support unterwegs. Und genau in diese musikalische Kerbe schlägt die Mafia auch mit Freude rein. Hier gibt’s erstaunlicherweise recht leckeren Ska-Core serviert, nur das richtige Gewürz fehlt bei näherer Betrachtung.

Denn einen richtigen Kracher vermisse ich auf „No disguise“. Hier gibt es keine Songs, die eine Feier auf Anhieb an sich reissen. Ich kann dieses Album nicht einfach laufen lassen. Es würde sich wohl niemand beschweren, aber wohl auch nur weil es niemand zur Kenntnis nehmen würde. Hier bemerkt man doch den Unterschied zu den weiter oben genannten Genregrößen. Aber es ist okey. Ich habe das alles schon ein paar Mal besser gehört, aber auch schon hundertfach schlechter als bei The Bandgeek Mafia.

Gleich zu Beginn des Albums stellen „No disguise“ und „Revealing the unseen“ die Weichen. Hier gibt es keine Kompromisse. Das ist Ska-Core mitten in die Fresse. Schnell, schnörkellos und mit einigen üblen Shoutings und Bläsern garniert. So soll es sein. Dass das nicht immer hochprofessionell klingt, kann man sich anhand des Bekanntheitsgrades der Band denken. Trotzdem macht das teilweise spaß. Gar keine Frage!

Weitere Songs folgen dem selben Schema.  „About beasts and lovers“, „Time´s rape”, Ease the pain”. Alles grundsolide Ska-Punk-Stücke der Marke “Gestern noch Garage, heute schon im kleinen Club ”. Geht besser, reicht aber völlig aus um sicher eine gute Show abzuliefern und hier und da mal ein Album und ein T-Shirt zu verkaufen.

Als Schwachstelle kann man neben dem Umfang von nur zehn Songs vielleicht auch den Song „A great reminder“ ins Auge fassen. Dieser wirkt auf dem Album so deplaziert wie der Kölner Dom in Düsseldorf. Oder hier besser passend, wie die Cosa Nostra in Castrop-Rauxel. Der Song bremst das ganze Album ein wenig aus, ohne dies in irgendeiner Form qualitativ ausgleichen zu können.

Glücklicherweise kommt direkt mit „Addicted“ der beste Song des Albums hinterher und somit nimmt „No disguise“ wieder an Fahrt auf. Und das Tempo können die Jungs dann auch bis zum Schluss halten und mich wieder versöhnlich stimmen.

Im Ska-Core-Haus riecht es ja seit längerer Zeit etwas vermodert und muffig. Da kam in letzter Zeit nun wirklich kein frischer Wind. The Bandgeek Mafia kommt wenigstens noch mal eben rum und macht mal ein Fester auf. Danke! War ja nicht mehr auszuhalten …

Hightlights:
Addicted

Lowlights:
A great reminder
Nur 10 Songs

Fazit:
Nicht die neue Hoffnung im ziemlich verstaubten Ska-Core-Bereich, aber sicher eine Alternative zu den alternden Helden.

Manuel sagt:
(6 von 10 Punkten)
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Manuel

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