Review: Strike Anywhere – Dead FM

Im März bin ich erstmals über Strike Anywhere gestolpert. Und dass, obwohl es die Band bereits seit 1999  gibt und Dead FM schon das dritte von nun insgesamt vier veröffentlichten Alben ist. Naja, wieder mal viele Jahre an einer Band vorbeigelaufen. Kommt ja leider viel zu häufig vor. Serviert bekommt man hier einen ordentlichen Mix aus Hardcore und Punk. Dabei wird immer schön hin und her gewechselt zwischen Gesang und Geschrei, genau wie ich es mag.

Die Songs sind nicht unnötig in die Länge gezogen und legen vom Start weg mit ordentlich Krawumm los. Man pendelt sich mehr oder weniger immer so um die zwei Minuten Marke ein und es wird eigentlich durchgängig in ordentlicher Geschwindigkeit geklöppelt. So weiß man direkt nach Sedition und How To Pray wo man gelandet ist. Gefällt einem das, wird man mit einem richtig tollen Album belohnt. Ist man hingegen bereits jetzt einigermaßen ernüchtert oder gar genervt, kann man auch direkt ausmachen. Was anderes kommt nicht mehr.
Man könnte es vielleicht ein wenig mit „ziemlich gut, aber etwas abwechslungsarm“ umschreiben, was Strike Anywhere auf diesem Album runterspielen. So hat das hin und wieder zur Folge, dass man die Songs gar nicht so richtig auseinanderhalten kann, wenn man nur mit einem Ohr hinhört. Soll man aber ja eh nicht machen und Brecher wie Iron Trees, Hollywood Cemetery oder Speak To Our Empty Pockets haben auf jeden Fall die volle Aufmerksamkeit verdient.
Es lohnt sich hier auch, ruhig mal wieder auf die Texte achten. Statt lediglich über belanglosen Kram zu „philosphieren“, wird bei diesen ausgewiesenen Politpunks in bester „Bad Religion Tradition“ unermüdlich auf die politische Klasse geschimpft. Dann bedient man sich noch zusätzlich allerlei sozialer Themen wie Umweltschutz, Frauen- und Arbeiterrechte, Atomwaffen und dem allgegenwärtigen Ärger auf das Establishment und bringt so seine Sicht der Dinge mit viel Rabatz unter die Leute.
Was mir ein wenig negativ aufgefallen ist, sind die langgezogenen Gesangspassagen in einigen Songs, Beispiel gefällig? Hier, aus dem Song Ballad Of Bloody Run: „I’m the last ooooooooooooooone, Let me be the last one to grow up numb, I’m the last oooooohhhooooooone“ – Sowas kommt leider doch häufiger vor und man hätte das geschickter lösen sollen. Mich nervt’s und es nimmt einigen an sich ganz guten Songs ein wenig die Durchschlagskraft und es harmoniert auch nicht sonderlich mit den Screamo-Parts. Schade.

Highlights:
– Gelungener Hardcore/Punk Mix
– Speak To Our Empty Pockets
– Hollywood Cemetery

Lowlights:
– Gesangspassagen

Fazit:
Gelungenes Album, dass man schön durchlaufen lassen kann. Gerne auch lauter (If we don’t do it, who fucking will?).

Christopher sagt:
(7 von 10 Punkten)
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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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