Review: Skindred – Union Black

Skindred hatten mit Babylon und Nobody durchaus in der Vergangenheit schon mal Lieder im Repertoire die mich haben aufhorchen lassen. Irgendwie habe ich sie dann allerdings mehr oder weniger wieder aus den Augen verloren und deshalb bis heute eigentlich nicht sonderlich oft gehört. Das könnte sich zukünftig durch das aktuelle Album Union Black aber durchaus ändern, denn hier sind tatsächlich einige Songs drauf, die ordentlich Spaß machen.

Das Intro kann man (natürlich) getrost mal wieder in die Tonne treten. Da hilft auch die britische Nationalhymne nicht. Macht aber nix. Mit Warning bekommt man dann nämlich gleich zu Beginn einen schönen „Hallo wach“ Song vorgesetzt, übrigens mit freundlicher Unterstützung vom Papa Roach Jacoby Shaddix persönlich (die Band mochte ich übrigens, als er der Typ sich noch Coby Dick nannte – die älteren werden sich erinnern).
Cut Dem kommt daraufhin ein wenig düsterer und schwerfälliger daher, nimmt aber glücklicherweise doch noch ein wenig Fahrt auf, so richtig gelungen finde ich den Song allerdings nicht. Beim nachfolgenden Doom Riff explodiert die Band dann dafür aber richtig. Absolut geiler Song mit tollem Zusammenspiel druckvoller Instrumente, dreckigen Raps und catchigem „whoahoahoahoa“-Hook. Geht ordentlich nach vorne und dürfte einen live richtig wegblasen. Was’n Brett! Im Refrain heißt es „there’s no way we’re leaving“ – nach so einem Song dürfte da aber eh keiner dran denken.
Living A Lie
kann das Niveau dann zwar im Anschluss nicht ganz so hoch halten, ist aber trotzdem ein ziemlich guter Song, Hookline und Refrain sind gut hörbar, zwischendrin ist mir der Song aber fast schon zu hektisch. Mit Guntalk folgt dann ein astreiner Sommersonnendancehallreggaesong (Galgenraten anyone?). Bestens geeignet für das Feierabendbier im Garten oder die chillige Party am See.
Mit Own You und Make Your Mark kommen dann zwei Songs, die zwar nicht wirklich schlecht sind, die aber nichts haben, was sie Besonders werden lässt. Durchschnittsware halt. Das Zusammenspiel zwischen Geschrei und Gesang funktioniert vor allem beim letzteren für mich (noch) nicht sonderlich gut. Wobei ich allerdings bei Own You so ein wenig das Gefühl habe, dass der Song mit der Zeit noch was werden könnte. Mit Get It Now kommt dann wieder ein richtiger „Asskicker“ um die Ecke. Hier passen Singsang und Shouts wieder gut zusammen und der Song ist insgesamt einfach wieder etwas druckvoller.
Etwas schade ist dann, dass sie Bad Man Ah Bad Man durch die eingebauten Stops immer wieder die Energie rauben. Das Lied hätte durchaus Kracherpotential gehabt. So ist es zwar nicht schlecht, verspielt aber die Chance darauf, ein weiterer Knaller zu werden.
Death To All Spies und Game Over (gibt’s einen dämlicheren Titel für den letzten Titel eines Albums?) tun zum Abschluss auch nicht weh und somit kann man durchaus von einem ziemlich gelungenen Album sprechen. Kritisieren könnte man vielleicht, dass die Songs zum Teil „aufgefüllt“ wirken. Fast durchweg wird hier durch allerlei Text-, Refrain- oder Hookline-Wiederholungen versucht, die 4-Minuten-Marke zu erreichen. Ist teilweise ein wenig nervig, vor allem aber auch einfach unnötig.

Highlights:
– Doom Riff ist ein echter Kracher
– Get It Now
– Warning

Lowlights:
– Bißchen zu „hektisch“
– Einige Füller

Fazit:
Skindred haben hier ein überraschend hörenswertes Album rausgebracht, das ordentlich Spaß macht. Viele Songs machen den Eindruck, als würden sie live nochmal um einiges mehr kicken. Die Band steht jetzt auf jeden Fall auf meiner Bandliste für’s diesjährige Area4-Festival.

Christopher sagt:
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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

2 Responses

  1. 9. September 2011

    […] sowie die aktuellen Scheiben der Broilers, Jennifer Rostock, Flogging Molly, Dropkick Murphys, Skindred, Zebrahead, Itchy Poopzkid und The Vaccines – wer sich also tatsächlich nicht ganz sicher ist, […]

  2. 29. November 2011

    […] sorgten die Waliser für ordentlich Furore. Jetzt werden sie für ihr nunmehr viertes Release „Union Black“ (2011) gefeiert. Skindred sind druckvoller als je zuvor und zeigen, dass sie die perfekte […]

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