Review: Rise Against – The Black Market

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„Ist das noch Punk?“, war für mich die bange Frage vor dem siebten Rise Against Album The Black Market. Die Chicagoer neigten bei den letzten beiden Platten ja dazu, die Geschwindigkeit etwas zu drosseln und ruhiger zu werden. Doch diese Gefahr scheint erst einmal gebannt.

Gleich beim ersten der zwölf Songs The Great-Die-Off“ wird ordentlich aufs Tempo gedrückt. Krachende Gitarren und tobende Schlagzeugeinlagen, dazu die markanten Gesangspassagen von Frontmann McIlrath, gefolgt von einem eingängigen Refrain. Das folgende I Don’t Want To Be Here Anymore bietet wieder diese typisch geniale Balance zwischen Schwermut und Wut. Die Band bleibt sich also treu.

Der Hörer bekommt aber auch Neues geboten. Tragedy + Time geht ein wenig in die Richtung Poppunk. Wobei der Spagat nach mehrmaligem Hören erstaunlich gut funktioniert. Hätte ich nicht gedacht. Der Titelsong ist ebenfalls gelungen. The Eco-Terrorist In Me gleicht dann einer Zeitreise in ihre Hardcore Anfangstage. Hier gibt es die ganze frühere Energie der Jungs zu bestaunen. Allein für diesen Kracher zum Abgehen gibt es in der Endabrechnung einen Punkt mehr. Die ersten fünf Lieder sind somit sehr abwechslungsreich und insgesamt aller Ehren wert.

Danach wird es etwas ruhiger. Die drei folgenden Stücke sind in Ordnung, gehen im Gesamtwerk der Band allerdings unter. Zero Visibility sticht mit seiner Message und seinem prägnanten Gitarrensolo wieder heraus. Wie auf fast jedem Album gibt es mit People Live Here eine sehr gelungene Ballade und mit dem einprägsamen Refrain von Bridges („We build the bridges, we now sleep under“) einen tollen Rausschmeißer.

Insgesamt wirken die Texte persönlicher und die Musik ausgereifter und facettenreicher als auf den Vorgängeralben. Alle Songs sind sehr vielschichtig produziert, oft wird mit Backgroundgesang und zusätzlichen Gitarrenspuren gearbeitet. Rise Against entwickeln ihre Musik also gezielt weiter und spielen mit The Black Market weiterhin in der obersten Punkrockliga.

Highlights:
The Great-Die-Off
I Don’t want to be here anymore
The Eco-Terrorist in me
People live here

Lowlights:
Sudden Life
Methadone

Fazit:
Auch wenn die Power der ersten vier Alben nicht mehr erreicht wird, macht die Entwicklung Lust auf mehr.

Michael sagt: 8p  (8 / 10 Punkte)

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Dieser Beitrag stammt von Michael. Das Review erschien im Original bereits auf Michaels eigenem Blog. Ausgewählte Beiträge übernehmen wir für dasmusslauter.

Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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