Review: Reel big fish – Candy Coated Fury

Zugegeben! Candy Coated Fury hat schon eine ganze Zeit auf dem Buckel und kann nicht grade als neu bezeichnet werden. Nachdem ich die letzten Monate allerdings in einem fast musikfreien Raum lebte, da meine kleine Tochter bislang nur Rolf Zuckowski akzeptiert, war das neueste Werk von Reel big fish die perfekte Scheibe um meine Tätigkeit bei dasmusslauter wieder aufzunehmen.

Denn Reel big fish bleiben sich treu und machen auch auf ihrem achten Longplayer immer noch denselben Mist wie 1995 auf Everything sucks. Und das ist auch gut so! Willste Fisch, kriegste Fisch. Dass dieser nach über zwanzig Jahren Bandgeschichte aber nicht immer ganz frisch daherkommt möchte ich nicht verschweigen.

Zunächst ist da aber mal ein grandioser Opener. Everyone else is an asshole sind Reel big fish. Das ist der typische RBF-Sound, den ich von den ständig wechselnden Herren rund um Mastermind Aaron Barrett erwarte. Schnell, spaßig und immer mit einer ordentlichen Portion Humor versehen. Ein paar Bläser dazu, ein eingängiger Refrain und fertig ist der Hit.

Ein weiterer Song dieser Kragenweite stellt  Your girlfriend sucks dar. Herrlich böse, weil ab und an so treffend formuliert, dass es einem fast Angst macht. Auch hier passt das musikalische Korsett perfekt und erinnert nicht nur wegen des Namens oft an den alten Fish-Hit „I want your girlfriend to be my girlfriend, too“. Innovation sieht sicher anders aus, aber so lange es so einen Spaß macht ist mir das egal.

Richtig gut gelungen finde ich auch I know you too well to like you anymore. Das Zusammenspiel zwischen Barrett und der weiblichen Stimme passt super und unterstreicht die Thematik des Songs ganz wunderbar. Mal unglaublich lustig, mal erschreckend vertraut. Der Soundtrack zu jeder gescheiterten Beziehung der Vergangenheit. Mit dem Song kann sich sicher jeder identifizieren.

Zu diesen drei Topsongs gesellen sich dann ein halbes Dutzend Songs, die allesamt leicht gehobenes Mittelmaß darstellen. Punisher, She´s not the end of the world oder auch Lost cause hat man halt fast genauso schon einmal von Reel big fish gehört. Alles okey, aber das kann mich nur noch schwer begeistern. Und so tingelt das Album dann so vor sich hin. Es reißt einen selten mit, nervt dafür aber auch fast nie.

Nur beim Totalausfall Hiding in my headphones komme ich an meine persönliche Schmerzgrenze. Lustige Idee, aber total beschissen umgesetzt. Das Ding geht mir richtig auf die Klötze. Einfach mal reinhören. Ihr werdet erkennen was ich meine.

Bleibt noch der überraschend interessante Lückenfüller Don´t stop skanking. Da geht dem einen oder anderem in meinem Freundeskreis das Herz auf. Hier gibt es einfach mal konstant vier Minuten lang Ska in Reinform aufs Ohr. Fast instrumental. Interessant und irgendwie unerwartet. Wie das ganze Album. Ich hätte nicht gedacht, dass ich Reel big fish auf Albumlänge noch mal so gut finden würde. Candy Coated Fury ist kein großer Wurf, aber dennoch ein Album vor dem ich respektvoll den Hut ziehe.

Highlights:
Seit mehr als zwanzig Jahren der selbe Sound! Gut so!

Lowlights:
Zu viel Durchschnittsware

Manuel sagt:
 (7 von 10 Punkten)
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Manuel

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