Review: Nations Afire – The Ghosts We Will Become

Nations Afire klingen so ein bißchen wie eine Mischung aus Lostprophets und Hoobastank (mochte ich beide früher gerne). Garniert mit einer ordentlichen Prise Rise Against (gehen sowieso immer). Verwundert im Grunde nicht, denn die Mitglieder dieser „All-Star-Band“ setzen sich zusammen aus (ehemaligen) Mitgliedern solcher Genregrößen wie Ignite und eben Rise Against. Da erwartet man natürlich ein bißchen was. Der Einstieg ins Album geht dann auch gut ins Ohr. Mit I Am An Army hat man einen ganz netten Rocksong als Opener und mit dem starken Titeltrack The Ghosts We Will Become kommt gleich an zweiter Stelle das Highlight der Scheibe. Die raue Stimme von Sänger Nik Hill, druckvolle Instumente und stimmungsvolle Backgroundshouts und schon hat man den Hit.

Leider gelingt solch ein Klassesong in der Folge nicht mehr. Oftmals klingt der Output einfach zu glatt. Nine Lives, One Perfect Days, In Absentia oder auch Break Your Fall haben zwar durchaus allesamt ihren Charme, aber keine Ecken und Kanten. Statt Gas zu geben oder zumindest druckvolle Variationen einzubauen, bleiben die Tracks in ungefährlichen und seichten Rock-Gewässern. Doch es ist nicht alles Durchschnittsrock: The Legacy We Leave weiß zu überzeugen und Occams Razor kann sogar beinahe dem Titeltrack das Wasser reichen. Hier sind auch wieder mehr Emotionen und Leidenschaft zu spüren.

Dass bei solch einem Rockalbum die Akkustikballade nicht fehlen darf, versteht sich von selbst. Even The Blackest Heart Still Beats ist auch nicht der schlechteste Song dieses Genres und hat daher durchaus auch seine Daseinsberechtigung. Mit Wolves wird das Album mit einem Song beendet, der in seiner ersten Hälfte zwar relativ unscheinbar daherkommt, sich aber letztlich noch richtig gut steigert.

Lässt man die Jungs von der Leine, können sie ein ordentliches Feuer entfachen. Machen Sie auf diesem Debütalbum aber noch zu selten. Für die Zukunft darf man aber wirklich gespannt sein, was sie noch im Köcher haben.

Highlights:
The Ghosts We Will Become
The Legacy We Leave
Occams Razor

Lowlights:
Fehlende Ecken und Kanten und zu wenig Esprit

Service (Youtube-Video):
The Ghosts We Will Become

Fazit:
Gutes Rockalbum mit einigen Topsongs und viel verschenktem Potential.

Christopher sagt:
7p (7 von 10 Punkte)
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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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