Review: Me First And The Gimme Gimmes – Are We Not Men? We Are Diva!

mefirst

Es gibt was neues von der Punkrock Superband ME FIRST AND THE GIMME GIMMES! Dieses Mal nehmen sie sich ein Dutzend Songs bekannter Popstar-Diven vor. Von Christina Aguilera über Barbra Streisand bis hin zu Madonna und Lady Gaga reicht die Songpalette, die einer Punkneugestaltung unterzogen wird. Beste Voraussetzungen eigentlich. Denn wenn ich mal Popsongs gutfinde, sind es meist die, bei denen die Damen am Mikro stehen…

So richtig leicht fällt der Einsteig dann jedoch nicht. Kaum ein Song geht mir auf Anhieb direkt ins Ohr. Die Versionen von „My heart will go on“ (Celine Dion) und „I will always love you“ (Dolly Parton/Whitney Houston) drängelten sich sogar zügig als Rohrkrepierer in den Vordergrund. Da hilft auch der leichte folkig-irische Touch bei Dions Song nicht. Neben „I will survive“ (Gloria Gaynor) sind das aber halt auch die Songs, die mir schon seit Ewigkeiten im Original extrem auf die Nüsse gehen. Ziemlich schnell hatte ich mich dann nach dem ersten Hören damit abgefunden, dass kein Burner der Kategorie „Who put the bomb“, „Uptown girl“ oder „Leaving on a jetplane“ bei den Diven dabei sein würde. Einige Durchgänge später war ich dann aber doch noch teilweise versöhnt.

Neben den bereits angesprochenen Songs, sind nämlich auch minimum drei dabei, die man sich richtig gut anhören kann. „On the radio“ (Donna Summer) zum Beispiel. Der Song macht richtig Spaß. Oder „Top of the world“ (The Carpenters) und „Karma Chameleon“ (Boy George‘ Culture Club 😉 ). Hat zwar einen Moment gedauert, aber inzwischen höre ich dieses „Triumvirat“ wirklich sehr gerne. Hier hauchen die Punkrhythmen den eigentlich ziemlich ausgelutschten Songs noch mal wirklich neues Leben ein.

„Straight Up“ (Paula Abdul) geht zwar auch ganz gut ab, kann mich aber nicht vollends überzeugen und landet damit knapp unter der Spitzengruppe. Tja, und dann gibt es leider fast nur noch Songs, die sich vermutlich niemals in einer meiner Playlists wiederfinden werden: Das ruhige „Crazy for you“ (Madonna) zum Beispiel, das als Akustik-Ukulele-version daherkommt. Oder auch die schnellen „Beautiful“ (Christina Aguilera) und „Believe“ (Cher). Bei letzterem wird sogar das originale Voice-Auto-Tune honoriert und ein Elektro-Intro eingesetzt. Der Rausschmeißer „The way we were“ (Barbra Streisand) kann mich ebenfalls nicht packen. Zwar kommt der Song nach ruhigem Start noch richtig in Fahrt und hat durch seine Breaks durchaus einiges zu bieten, aber er kickt mich einfach nicht. Trotz all der unterschiedlichen Facetten dieser Songs, bleibe ich einigermaßen unbeeindruckt zurück. So ist es halt mit Coversongs. Hat man generell Sympathie für das Original oder vielleicht sogar eine Geschichte, die man damit verbindet, dann hat es der Song leicht. Nerven einen hingegen die Originalversionen oder kennt man diese womöglich kaum, wird’s schwierig.

 

Highlights:
On the radio
Top of the world
Karma Chameleon

Lowlights:
I will always love you
The way we were
My heart will go on
Crazy for you

Fazit:
Auf Albumlänge sind die Gimme Gimmes bei mir bisher jedes Mal gescheitert. Auch dieses Mal. Dafür sind auch immer ein paar Songs dabei, die sich festbeißen. Auch dieses Mal.

Christopher sagt:  5p  (5 / 10 Punkte)

Die Leser sagen: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars6 Stars7 Stars8 Stars9 Stars10 Stars (5 votes, average: 5,40 out of 10)

Loading...

Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.