Review: Mad Caddies – Dirty Rice

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Endlich wieder neue Songs der Mad Caddies. Sieben Jahre ist das durchaus gelungene letzte Werk „Keep it going“ inzwischen her. Fuck! SIEBEN JAHRE IST DAS SCHON HER! Und ich hab mich erst vor wenigen Wochen in den Song „Pyramide Scheme“ verliebt. Passt also. Und nun also endlich das neue Werk „Dirty Rice“.

Der Opener Brand New Scar ist bereits seit einigen Wochen bekannt. Schöner Einstieg. Thematisch arbeitet man sich daran ab, dass man die Liebe zur Liebsten mal wieder verkackt hat. Trauriges Thema, aber ein ganz feiner Song, der gut ans letzte Album anknüpft. Beim nächsten Song hat sich das mit der Liebe zu anderen gleich wieder erledigt. Stattdessen kümmert man sich lieber ums sich selbst: Auch Love Myself weiß gut zu gefallen und sorgt für einen gelungenen Einstieg ins Album. Mit dem dritten Song geht die Geschwindigkeit etwas in den Keller, Down And Out schippert getragen von schmissigen Klaviersounds und Trompeten so vor sich hin. Typischer Midtempo-Song, der allerdings in der zweiten Hälfte durch ständige Wiederholungen eher in die Nervecke abdriftet. Shoot Out The Lights wird trotz seines gemächlicheren Sounds bereits nach wenigen Sekunden zu einem beharrlichen Ohrwurm. Der Sound schreit nach Cocktail. Ziemlich exakt nach einer Minute gibt’s allerdings mit dem choralen Hintergrundgesang einen echt nervtötenden Downer zu verzeichnen. Und nach einer letzten kleinen Strophe, passiert außer der Chorus-Zeile leider nicht mehr viel. Statt Cocktails schreit das dann leider doch eher nach Rausschmeißer.

Etwas kraftvoller und forscher präsentiert sich Dangerous. Die stärkere Dynamik steht dem Song gut zu Gesicht, der mächtige Bläsereinsatz tut sein übriges. Vollständig springt hier der Funke allerdings nicht über, weil man dann doch zwischendurch wieder in so ein tüdelü und tralala abrutscht, statt vielleicht noch mehr Gas zu geben. Aber dann: Bring It Down forciert das Tempo. Lässt Liebe(skummer) außen vor und prangert stattdessen die ausartende Profitgier an. Diesen Weg sollten die Mad Caddies öfter beschreiten. Schöner Song, der direkt in die Beine geht. Shot In The Dark swingt sich in der Folge gekonnt durchs Ska-Land. Cool, mit tollem Rhythmus, mega chillig, aber keine Spur von langweilig. Der Song wird sich wohl auch länger festbeißen können. Little Town versucht sich als nächstes im Kopf festzusetzen. Der Song ist megacatchy, so ein richtiger Überflieger will aber auch er einfach nicht werden.

Das Problem des Albums sind diese „Das ist alles ganz nett, weil ist ja Ska mit Trompeten und Bläsern und so“-Gedanken, die fast durchgängig in meinem Kopf herum schwirren. Alles in allem sind die Songs etwas zu chillig geraten. Auch bei Airplane und Callie’s Song ist das so. Kann man beide hören, tun nicht weh, laufen einfach so durch. Aber es fehlt ganz einfach das gewisse Etwas. Vielleicht so wie bei Back To The Bed, wo der Song nach 50 Sekunden zumindest im Refrain eine Schippe drauflegt. Ist jetzt auch kein 1A-Klasse-Song, aber er setzt doch gekonnt Reizpunkte. Bei Drinking The Night Away können wir uns dann alle noch mal in den Arm nehmen, ein letztes Bierchen kippen, bevor uns die Mad Caddies wieder verlassen. Hoffentlich nicht wieder für sieben Jahre. Denn das können sie insgesamt besser.

Highlights:
Shot In The Dark
Brand New Scar
Love Myself
Bring It Down

Lowlights:
Shoot Out The Lights
Airplane
Callie’s Song

Fazit:
Wer sich in der Vergangenheit eher in den entspannten Songs der Mad Caddies wiedergefunden hat, wird sich freuen. Alle anderen dürften zumindest etwas enttäuscht sein.

Christopher sagt:  6p (6 / 10 Punkte)

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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

1 Response

  1. 21. Juni 2014

    […] aber inzwischen bin ich warm geworden mit dem Album und würde ihm durchaus einen siebten Punkt im Review geben. Naja, chance vertan. Jetzt schieben die Ska/Reggae/Melodic-Punks ab Juli aber folgende […]

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