Review: Limp Bizkit – Gold Cobra

Satte elf Jahre sind also nun tatsächlich schon seit „The Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavored Water“ ins Land gezogen. Seit damals haben mich die Jungs zwar mit mehreren unvergesslichen Konzerten verwöhnt (zuletzt 2010 in Hamburg), die zwischenzeitlichen Veröffentlichungen waren in ihrer Gesamtheit bis auf wenige Tracks jedoch mehr oder weniger Rohrkrepierer. 2011 soll nun also wieder alles besser werden: Die Cobra wurde freigelassen.

Gold Cobra = Moshpit Album! Was einem hier aus den Boxen entgegengeschleudert wird, ist schon echt edel. Bei Songs wie Shark Attack (stilecht mit JAWS-Theme-Intro), Why Try oder Douchebag dürften die Konzerthallen beben und die Moshpits explodieren. Heidewitzka, da knallt’s ordentlich! Und gerade bei erstgenanntem fühlt man sich direkt in die Vergangenheit zurückversetzt. Wirklich ganz großes Kino.
Aber auch bei einigen weiteren Songs holen die Männer um Fred Durst noch einige Male die Peitsche raus. 90.2.10 gehört ganz sicher dazu, ebenso wie Gold Cobra. Ganz ehrlich: Solche Songs hätte ich Limp Bizkit gar nicht mehr zugetraut. Einer meiner Lieblingssongs auf dem Album ist neben den bisher genannten noch Back Porch – klingt richtig easy chillig, ist ständig kurz vor „man, geht mir das auf die Eier“ – trifft aber doch genau meinen Nerv.

Nicht verschweigen möchte ich allerdings, dass hier durchaus auch einige schrottige Songs vertreten sind, zu denen ich bisher noch überhaupt keinen Zugang gefunden habe: Loser, My Own Cobain, Killer In You und Angels gehören zur Zeit beispielsweise auf jeden Fall noch dazu. Aber gut, bei 17 (wahlweise aber auch 18 bzw. nur 13 Liedern) darf das durchaus mal passieren. Insgesamt war das Album für mich schwerer zugänglich als ich gedacht habe. Die Songs kommen mir hin und wieder ein wenig „umständlich“ vor. Hier noch ein Schlenker, da noch eine Kurve anstatt einfach voll auf die zwölf zu kloppen. Musikenthusiasten dürften zwar vor der Spielfreude und -kunst von Wes Borland wieder auf die Knie fallen, für mich wäre an der einen oder anderen Stelle „weniger jedoch mehr“.

Highlights:
– Knallt mit extremer Wucht aus den Boxen
– Shark Attack
– 90.2.10
– Back Porch

Lowlights:
– Klingt mir hin und wieder zu umständlich
– Interludes nerven sowas von ab

Fazit:
Viel besser als gedacht. Wer Limp Bizkit schon immer mochte, wird wohl kaum enttäuscht sein. Alle anderen dürften sich jedoch auch bei dieser Veröffentlichung wieder in Ihrer Abneigung bestätigt sehen. Ich fühle mich nach anfänglicher Skepsis jedenfalls inzwischen größtenteils wieder gut unterhalten.

Christopher sagt:
(7 von 10 Punkten)
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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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