Review: Kasabian – Velociraptor!

Einen Velociraptor gibt es heutzutage bereits für 9,43 Euro. Und dabei spart man dann noch 1,24 Euro gegenüber dem Kauf der Einzeltitel. So zumindest wird es mir vom Internethändler meines Vertrauens immer noch angepriesen. Dumm nur, wenn sich dann im Nachhinein rausstellt, dass man gegenüber dem angesprochenem Einzeltitelkauf 5,55 Euro in den Wind geschossen hat. So erging es mir nämlich bei Kasabians neuestem Werk.

Aber legen wir erst mal los. Das Album startet mit einem fast einmütigen Intro, dass die Herren dem Opener Let’s Roll Just Like We Used To spendiert haben. Ich hasse sowas. Liebe Bands dieser Erde, lasst ein Lied vom Start weg einfach beginnen und strubbelt da nicht irgendeinen Schwachfug an den Anfang (ans Ende bitte auch nicht!). Wenn’s dann endlich mal los geht, ist der Song gar nicht schlecht. Etwas schwerfällig vielleicht, aber durchaus hörenswert. Mit Days Are Forgotten folgt dann einer der Songs, für den ich ganz gerne die Kohle über den virtuellen Ladentisch geschoben habe. Wie das ganze Album, braucht zwar auch dieser Song einige Durchgänge bis er zündet, aber er erinnert mich zumindest ein bißchen an die beiden Lieder, durch die ich überhaupt auf diese Band aufmerksam wurde (Club Foot und Underdog). Gelungen finde ich auch den Titeltrack Velociraptor!, der mit seiner fast schon poppigen Leichtigkeit ein wenig Abwechslung in dieses insgesamt etwas träge und behäbig daherkommende Album bringt ( Beispiele? Bitte: Goodbye Kiss / La Fee Verte / Man Of Simple Pleasures). Vielleicht sollte man das, was einem hier vorgesetzt wird, eher vornehme Langsamkeit nennen. Oder einfach gepflegte Langeweile. Wie auch immer. Ein Großteil der Songs haut mich einfach nicht vom Hocker.
I Hear Voices macht da dann schon noch am meisten Spaß. Hier wird wenigstens mal ein bißchen Energie gebündelt und dann ordentlich rausgefeuert. Und irgendwie erinnert es mich ein wenig an Synthie-Depeche-Mode-Stücke. Oder ähnliches. Gefällt zumindest. Durchaus gelungen ist auch der orientalisch angehauchte Track Acid Turkish Bath. Wann immer Kasabian ein wenig experimentieren, wissen sie zu überzeugen. Im oberen Drittel des Albums findet sich auch der Track Re-Wired wieder, der sich wirklich gut hören lässt. Danach kann man aber auch getrost abschalten. Die letzten drei Lieder wissen leider überhaupt nicht mehr zu überzeugen. Da helfen dann auch keine flehend-quälend-quiekenden Lyrics oder Electroanleihen.
So bleibt es beim schlussendlichen Kassensturz mit Velociraptor!, Re-Wired, Days Are Forgotten und I Hear Voices zumindest bei vier Titeln, für die ich gerne bezahlt habe und die ich auch dann nicht zurückgeben würde, wenn man mir beim Kauf von mp3s auch ein zweiwöchiges Rückgaberecht einräumte.

Highlights:
– Velociraptor!
– Re-Wired
– Days Are Forgotten

Lowlights:
– Quälend lahme Songs (Goodbye Kiss, Neon Noon)

Service (Video):
Days Are Forgotten, Re-Wired

Fazit:
Insgesamt hätte ich mir auf diesem Album mehr Energie und weniger verschwurbelte Songs gewünscht. Der Velociraptor kommt hier doch ein wenig zu zahnlos daher. Aussterben werden Kasabian zwar nicht. Aber sie verdienen sich auch keinen sonderlich großen Respekt mit diesem Album.

Christopher sagt:
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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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