Review: Kanzler&Söhne – Mehr (EP)

Wütender, agressiver und auch leicht prolliger Crossover aus der deutschen Hauptstadt. Und das im Jahre 2015! Kanzler&Söhne trauen sich was. Ordentlich wumms hat diese Mischung aus Rap und Rock auf jeden Fall. Die Musiker brettern auf ihren Instrumenten rum, dass es eine wahre Freude ist.

Leider klingt das auf dieser EP alles während der 14 Minuten  zu gleich. Aber die vier Tracks haben immerhin ordentlich drive und bei „Fight Night“ und „Mehr“ kann auch der rappende Freefighter namens Vadder (Kein Witz!) am Mikrophon durchaus überzeugen. Bei „Fight Night“ gefällt er mir sogar wirklich ganz gut. Bei den anderen beiden Songs stößt mir leider der Dialekt ein bißchen auf („kein Kirchenlied“ hört sich da für meine Ohren fast nach „kein Kirschenlied“ an 😀 ) und ich habe Schwierigkeiten, die authentisch wütende Musik beim Gesang immer für voll zu nehmen.

Wo „Fight Night“ der herausstechende Song ist, ist „Grabstein“ wirklich der abgefuckteste der vier Songs. Alle und alles in dem Song sind irgendwie abgefuckt („er war abgefuckt, abgefuckt, abgefuckt…“). Diese ganze abfuckerei ist für mich leider völlig misslungen. Textlich aus meiner Sicht auch der schwächste Song der EP. Fehlt noch „Hammer“. Eigentlich ist der Song gar nicht so übel, aber diese Zeile „I(s)ch hau deine Meinung mit dem Hammer kaputt – halt deine Fresse“ erinnert mich an meine schlimmsten deutschen Gangsta-Rap-Stunden auf Youtube – und die würde ich wirklich gerne vergessen. Insgesamt eignet sich für dieses Genre vielleicht doch eher die englische Sprache. Bodycount lassen grüßen …

Bei schlechter Laune oder sonstiger Agressivität kann man „Mehr“ und „Fight Night“ aber ruhig mal in die Playlist aufnehmen. Die haben ihre Daseinsberechtigung. Für das Album wünsche ich mir mehr gesangliche Abwechslung und Tiefe. Gute Ansätze sind auf jeden Fall vorhanden. Ach: Und bitte lasst die beiden anderen Songs in der Versenkung verschwinden.

Highlights:
Mehr
Fight Night

Lowlights:
Hammer
Grabstein

Fazit:
Crossover vom Kanzler und den Söhnen: Zweimal funktioniert’s, zweimal nicht.

Christopher sagt: 5p  (5 / 10 Punkte)

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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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