Review: Idle Class – The Drama’s Done

Seit Wochen höre ich The Drama’s Done. Und beinahe jeder Song hat so seine Parts, die ich richtig geil finde. Zum Beispiel gleich die zweite Hälfte vom Opener Essence Of Every Fight. Großartig. Da wird der Song intensiv und die Lyrics werden kraftvoll rausgehauen. Geht fast so ein bißchen in Richtung Gänsehaut-Punkrock. Leider packt mich der Anfang des Songs nicht. Obwohl er vom Fleck weg mit Inbrunst vorgetragen wird und mich ordentlich webläst. Ein richtiges Brett. Wie sich das für Punkrock eben gehört. Und doch dauert es, bis der es „klick“ macht. Chances Are For Poets ist etwas schmissiger und leichter zugänglich. Der mehrstimmige Refrain wird wunderbar eingerahmt durch die kurzen Strophen und ist somit das Highlight des Songs. Auch bei den folgenden Songs sind die Refrains und Shouts der ganzen Bande immer wieder wunderbare Kracher. Eigentlich sogar bei jedem Song, wenn man ehrlich ist. Das rummst und wummst an jeder Ecke.

Bei Han Shot First machen sie das so gut, dass er einer meiner Favourite Songs ist. (obwohl mich das „whoahoo“ zu Beginn kurz zusammenzucken ließ).  Bei Pass On The Bottle wird mir dann schlagartig bewusst, warum ich dennoch nicht zu 100% warm werde mit diesem Album. Ich finde die helle Stimmfarbe des Sängers (Tobias wird es wohl sein) irgendwie „anstrengend“. Auf der EP war das noch anders. Da klang er noch dreckiger und schrie ausgelassener. Da ist entweder mit meinen Ohren was schief gelaufen oder die Produktion hat sich an dieser Stelle (und nur an dieser!) in die falsche Richtung entwickelt. Wenn der zweite Sänger (Benny aka T-Rex wird es wohl sein) dann ans Mikro kommt, gibt es für mich eigentlich nicht mehr viel zu kritisieren. Dann ist es genauso wild und rauh wie es mir gefällt. Defiant Kids wird diese Problematik leider ebenso zum Verhängnis wie dem vorigen Stück. Konsequenterweise ist Last Night I Got Drunk With Mark Twain dann aber mein zweites Highlight. Genau wie bei Han Shot First übernimmt der „T-Rex“ hier das Kommando und ich bin wieder voll dabei. Dass hier dazu noch ein wenig Abwechslung geboten wird, durch das anfangs recht langsame Tempo passt gut zu diesem Song. Ebenso wie der rockigere, etwas relaxtere „Texas-Sound“. Quasi eine Nordamerikanische-Mid-Tempo-Perle, bei der ab der Hälfte dann doch noch mal richtig aufs Tempo gedrückt wird – und IDLE CLASS schaffen es dann auch gerade noch, den Instrumental-Part so kurz zu halten, dass ich nicht nölig werde und so auch die intensiven letzten 60 Sekunden noch erlebe. Top-Song, echt!

Angus One lässt uns erstmals Zeit zum Verschnaufen. Muss auch mal sein bei diesem unglaublich intensiven Punkrock-Gewitter. Zeit für ein Bier. Zeit, sich darüber zu freuen, mit welch geilen Leuten man sich gerade das Konzert gibt. In die Arme fallen, zusammen mitgröhlen und wohlfühlen. So stelle ich mir IDLE CLASS aufm Konzert vor. Für knapp zwei Minuten, denn dann wird wieder die Peitsche rausgeholt. Sometimes You Eat The Bear ist mein drittes und letztes Highlight dieser Platte. Anständiger Punk-Rocker mit schöner Melodie der das Album abrundet.

Highlights:
Last Night I Got Drunk With Mark Twain
Han Shot First
Sometimes You Eat The Bear

Lowlights:
Stimme des Leadsängers und ich sind inkompatibel

Fazit:
Melodische Punkrock Hymnen par excellence – wäre da nicht der kleine Makel. But we’ll be happy after all!

Christopher sagt:
7p(7 von 10 Punkte)
Die Leser sagen:
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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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