Review: Hass – Kacktus

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Deutschpunk schlägt sich zur Zeit wieder recht wacker. Nach den Rückkehrern SLIME, Wizo und ZSK hat sich ja sogar die Terrorgruppe wieder zusammengerauft. Und auch HASS sind nun wieder am Start. Die Band existierte bereits von 1978 bis 2001 und veröffentlichte in dieser Zeit einen ganzen Sack regulärer Alben. Am 4. April folgt mit „Kacktus“ nun erneut ein wirklich wunderbares Punkalbum!

In 33 Minuten werden hier 15 Songs durch die Boxen geschleudert. Gnadenlos gute Deutschpunkbretter wie Bube, Dame, König, Arsch und tolle Mitgröhlsongs wie Tote Fische oder Hungersnot in der BRD lassen mein Herz vor Freude im Circle hüpfen und stellen nur die Spitze einer wirklich gelungenen halben Stunde Punkpower dar. Mit Wehenden Fahnen geht es nach einem Komatag und zu viel Rattengift dann Zurück in die Psychiatrie! Und zwar freiwillig und mit einem durchgerockten Schmunzeln auf den Lippen 😀

Die Songs sind fast gänzlich frei von platten Aussagen. Sie laden oftmals zum Lachen ein, sind aber mindestens ebenso oft bierernst und regen zum Nachdenken an. Statt blödsinnig drum herum zu reden werden auf diesem Album wieder und wieder aktuelle gesellschaftliche Probleme präzise benannt und abgearbeitet. Die Vielfalt der Themen in dieser Qualität zu beackern, ist schon wirklich beachtlich. Mit Recht blöde widmet sich ein Song auf dem Album auch mit klarem Statement gekonnt der Grauzonenproblematik und der Ignoranz ihrer Hörer.

Tendenziell gefallen mir die schnelleren Songs besser, doch auch die Midtempo Songs wie Zeit zu gehen, Schwarz, Rot Gold oder Anarchie wissen zu überzeugen. Gerade (aber nicht nur) bei diesen lohnt es sich dann auch, mal etwas genauer hinzuhören.

Highlights:
Tote Fische
Hungersnot in der BRD
Bube, Dame, König, Arsch

Lowlights:
Hier gibt’s keinen richtigen Ausfall

Fazit:
Eines der besten deutschen Punkalben der letzten Jahre!

Christopher sagt: 8p (8 / 10 Punkte)

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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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