Review: Ghouls – Ten Thousand Words On

Liebe Leute! Selten hat mich ein Live-Konzert so staunend zurückgelassen wie der Auftritt der Ghouls in der Villa in meiner kleinen Heimatstadt Rotenburg vor einigen Wochen. Unverhofft kommt ja leider selten, wenn es darum geht die neue Hammerband live zu entdecken. In der Regel kennt man sie ja vorher schon, oder aber es hat einen guten Grund warum man noch nie etwas von ihnen gehört hat.

So hatte ich wenig bis gar keine Erwartungen an die Jungs aus London. Gut eine Stunde später hatte ich taube Ohren, wackelige Tanzknie und eben die 2014er CD „Ten thousand words on“ für lächerliche fünf Euro bei der Band selbst erstanden (übrigens super sympathische und trinkfeste Zeitgenossen).

Also was erwartet uns hier überhaupt? Schon einmal Streetlight Manifesto gehört? Oder die alten Sachen von den Mad Caddies? Dann hereinspaziert in den Ska-Reggae-Zirkus der komplett unkomplizierten Art. Wie einfach das sein kann geilen Ska-Punk zu machen ist schon sensationell. Es braucht zwei Gitarren, zwei Bläser, ein Tier am Schlagzeug und eine geile Stimme. Zudem eine Prise jungendlicher Unbekümmertheit und fertig ist die Mischung, die aber auch wirklich jeden Fußwipper und Kopfnicker zum tanzen bekommen sollte.

Neben dem Anheizer „Letter“ befinden sich zehn größtenteils richtige Bretter auf „Ten thousand words on“. Besonders hervorzuheben sind meiner Meinung nach „Live“, „Devil’s Water“ und „London’s Burning“. Grade Devil’s water und London’s Burning können die Nähe zu Bands wie eben Streetlight Manifesto oder Mad Caddies nicht verbergen. Beim Konzert darauf angesprochen waren die Jungs (sie dürften noch allesamt unter 20 sein) auch total aus dem Häuschen. Es war ihnen eine große Ehre mit Streetlight Manifesto verglichen zu werden. Okey, ich hatte Unmengen an Bier intus und war in Partymodus geschaltet, aber hey, das Gefühl bestätigte sich auch beim fast nüchternen Hören am nächsten Morgen. Das ist immer ein gutes Zeichen. Schafft es eine Band bei mir in den nächsten Morgen ist es bis zur großen Liebe nicht mehr weit. Und die Reaktion der Ghouls zeigte auch, dass sie diese Nische der genannten Bands gerne besetzen würden.

So hauen uns die Ghouls also durchgehend besten Ska-Punk um die Ohren. Aber nicht diesen Ska-Punk der uninspirierten Sorte, der immer gleich klingt und irgendwann, grade auf Albumlänge, langweilt. Nein, die Ghouls verstehen es wunderbar ihren Sound zu variieren. Da wird mal Luft rausgenommen. Da fließt auch mal ein bisschen Gypsy mit ein (London’s Burning). Sänger Ben hat ohnehin ein ganz breites Repertoire zu bieten. Mal schreiend, mal säuselnd, mal flüsternd. Und als Markenzeichen diesen englischen Akzent, der mich hier und da mal zwangsläufig an Madness erinnern muss. Hey … ich erzähle euch nur was ich höre …

Zu guter letzt möchte ich noch auf „Quit while you’re ahead“ eingehen. Der Bremsklotz des Albums im positiven Sinne. Hier nimmt die Band mal drei Gänge raus und liefert uns einen zuckersüßen und traurig bitteren Song, der sozusagen die Ballade des Albums darstellt. Der Song baut sich wunderbar nur mit Gesang und Bläsern auf und endet im wundervollen Chor dieser tollen Formation. Und wer bei dem Refrain keine Nippel bekommt … ach dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.

Kaufen. Unterstützen. Größer machen. Die Ghouls haben es verdient!

Highlights:
Durchweg gutes Album. Keinerlei echte Ausfälle.

Lowlights:
Bie Band ist noch jung. An einigen Stellen werdet ihr hören was ich meine.

Fazit:
Punk, Ska, Reggae, Gypsy. Bunter Soundzirkus aus England der richtig Laune macht.

Manuel sagt: 9p  (9 / 10 Punkte)

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Manuel

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1 Response

  1. 11. Juli 2016

    […] Album „Ten thousand words on“ der Band habe ich ja vor geraumer Zeit schon grade deswegen ausschweifend abgefeiert. Okey zugegeben, ganz ganz so stark ist die EP „Great Expectations II“ nicht geworden. Aber […]

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