Review: Dave Hause – Devour

Mit den von Bruce Springstreen Einflüssen geprägten Songs bin ich lange Zeit nicht warm geworden. Den Durchbruch gab’s eigentlich erst, als ich einigermaßen benebelt beim Hurricane Festival auf der Wiese rumlag und The Gaslight Anthem auf der Bühne standen. Seit diesem Moment sind dieser Sound und ich richtig gute Freunde. Dieser Nachmittag ist mit ziemlicher Sicherheit auch Schuld an der Begeisterung für Hot Water Music. Und im nachhinein ärger mich doch sehr, dass ich den deutschen Part der Revival Tour mit Chuck Ragan und Brian Fallon und einigen anderen damals verpasst habe. Vor allem seit ich rausfand, dass sich unter „einigen anderen“ so ein Juwel wie Dave Hause verbirgt …

Devour ist bereits das zweite Soloalbum vom The Loved Ones Frontmann (Resolutions erschien 2011). Bereits mit den ersten Klängen und Lyrics von Damascus hat er mich gepackt. Hause’s lebhafte Stimme treibt diesen ruhigen, atmosphärisch sehr dichten und intimen Rocksong zu seinem Höhepunkt. Toller Einstieg in ein tolles Album. Thematisch arbeitet sich Hause auf diesem Album an enttäuschten Erwartungen, falschen Versprechungen, Verzweiflung aber auch dem Glauben an die Liebe und sich selbst ab. The Great Depression und We Could Be Kings greifen vor allem erstere Thematik auf. Getragen werden diese großartigen Songs von ihren mitreißenden Gitarrenriffs, den unglaublich eingängigen Melodien und ihren nachdenklichen Lyrics.

Das Album bietet eine ganze Reihe ruhigerer, aber nicht minder intensive Songs. Zum Beispiel das eindringliche Father’s Son, das leidende Bricks oder die extrem minimalistischen Before und Becoming Secular, die nicht viel mehr als die Akustikgitarre und Dave Hause’s Stimme benötigen, um den Hörer zu packen. Große Momente!

Ein Haken unter das Album wird mit dem letzten Song Benediction gemacht. Hier schließt sich der Kreis. Beginnt der erste Song noch mit den Zeilen „Welcome my friends to the show //  Dance and drink if you’d like or sit back and take notes“, so endet das Album nun passenderweise atmosphärisch dicht mit „Oh my friends time to go did you enjoy the show? // Did you dance? Did you drink? Did you take any notes?“ und macht die Sache damit wirklich mehr als rund. Der Song fliegt noch mal durch sämtliche Themen des Albums und schließt mit der Einsicht, dass die Liebe am Ende das Wichtigste ist und stellt daher zum Abschluss die Frage: „Are you in?!“

Highlights:
The Great Depression
We Could Be Kings
Damascus
Before

Lowlights:
Zu wenig Ecken und Kanten

Fazit:
Dave Hause katapultiert sich mit diesem Album direkt in meine erste Liga.

Christopher sagt:
9p (9 von 10 Punkte)

 

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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

3 Responses

  1. 10. März 2014

    […] musikalischen Erben von Bruce Springsteen“. Joa, kann man schon durchaus so sagen. Oder man sagt: DASMUSSLAUTER zufolge “katapultiert sich DAVE HAUSE mit diesem Album direkt in die erste […]

  2. 20. März 2014

    […] seinen langjährigen Begleiter Jon Gaunt (Geige) und Joe Ginsberg (Kontrabass), den Gastsänger Dave Hause, Jon Snodgrass und Chad Price (Drag the River), Ben Nichols (Lucero) und Jenny O. sowie Keyboarder […]

  3. 10. April 2014

    […] in der Stimme und einen Schuss Punkattitüde. Schon hat man tolle Künstler wie Frank Turner und Dave Hause. Oder Chuck Ragan. Oder Tim Vantol. Der hat schon allein dadurch einen Stein im Brett, dass ich ihn […]

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