Review: Blacklist Royals – Semper liberi

Die Blacklist Royals sind eine Rockband aus Nashville Tennessee. Und das hört man ihrem bluesgetränkten Midtempo-Rock n´Roll auch absolut an. Hier riecht es nach Großstadtstaub und Whiskey und es trieft aus jeder Ritze Motorenöl und Country-Romantik.

Ich bin auf diese Band gestossen, weil sie wie mein derzeitiges Flaggschiff Red City Radio auch bei Paper & Plastick Records unter Vertrag stehen. So ganz unbekannt sind die Jungs nämlich auch gar nicht mehr. So konnten sie bereits einen Song zur amerikanischen Erfolgsserie Sons of Anarchy beisteuern, spielten als Vorband von Less than Jake, Nofx und den Dropkick Murphys und tourten recht beachtlich und durchaus erfolgreich durch Europa. Höchste Zeit also ihr Erstlingswerk „Semper liberi“ mal zu überprüfen.

Wenn man die Blacklist Royals hört kommen einem irgendwie automatisch die Jungs von „The Gaslight Anthem“ in den Sinn. Musikalisch orientieren sich die Royals doch ziemlich an den Männern rund um Brian Fallon. Beide Bands sind im Bereich des Midtempo Rock ´n Roll mit Einflüssen von Blues und Country zu Hause. Wo Gaslight Anthem aber extrem rocken, rollen die Blacklist Royals eher gemächlich den Highway entlang.

„Semper liberi“ fehlt im Großen und Ganzen ein wenig der Druck, der einen Großteil der Gaslight-Anthem-Songs so auszeichnet. Denn so richtig mitreissend ist eigentlich nur der Song „American hearts“. Dieser vermittelt sofort das Gefühl von Sonne, Freiheit und endlosen Highways. Ein richtig guter Song. Die anderen guten Lieder wie „Rock n´Roll“, „California“, oder „Things they say“ kann man sich gut anhören, aber das dann auch schon eher bei einer lockeren Autofahrt oder beim gechillten Grillen im Garten. Unterstützt wird der Sound fast durchgängig von Piano-Parts, die den Royals einen Hauch von Folk & Country verpassen. Man kann so ziemlich alles damit machen, nur so richtig abfeiern ist nicht drin.

„Semper liberi“ macht schon ziemlichen Spaß. Diesen übertragen die Jungs einfach durch ihr unbeschwertes Aufspielen. Man fühlt sich förmlich im dicken Cadillac den Highway runterrubbeln, an seiner Seite eine nette ländliche Schönheit und den Kofferraum voller Budweiser. Wenn nicht jemand fahren müsste würde ich sagen, Augen zu und einfach die Royals geniessen. Das Album vermittelt einfach ein gutes Gefühl von Freiheit und Unbeschwertheit.

Ich hätte mir nur einfach noch eine Portion mehr „Wildheit“ im Westen gewünscht. Ich will nicht immer nur von Freiheit träumen. Ich will auch mal einen Bullen an den Hörnern packen oder die schönste Stute der Wiese fangen und zureiten if you know what I mean. Ein ganz wenig Randale hätte dem Album sicher nicht geschadet.

Aber auch so komme ich mit „Semper liberi“ sehr gut zurecht. Wer den Song der Gaslights mag wird hier sicher auch auf seine Kosten kommen. In diesem Sinne … one more mile … drive on!!! Ich bin dabei!

Highlights:
American hearts
Rock n´Roll, baby !!!

Lowlights:
Irgendwie klemmt der 5.Gang

Fazit:
Freiheit, Sonne und Rock n´Roll … so lässt es sich aushalten.

Manuel sagt:
(7 von 10 Punkten)
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Manuel

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1 Response

  1. 4. Oktober 2012

    […] Royals verhält sich die Sache etwas anders. Sie haben schließlich letztes Jahr erst ihr Debüt Semper Liberi herausgebracht und touren sich rund um die Welt seitdem den Hintern wund. Demnach ist kaum Zeit an […]

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