Review: Banner Pilot – Souvenir

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Das Lied Spanish reds von Banner Pilot ist seit drei Jahren Dauergast in meinen Playlisten. Einer der Gründe für mich einmal in das aktuelle Album Souvenir rein zu hören. Voller Vorfreude auf zwölf neue Punkrocksongs für das Frühjahr. Banner Pilot konnten meine Erwartungen erfüllen – aber nur teilweise.

Gleich in den ersten Tönen erinnert mich das in Minneapolis, Minnesota gegründete Quartett wieder an eine erwachsene und ernste Version von blink-182. Dabei werden die Stärken der Band schnell deutlich. Ein starker Bass, schneidige Tempowechsel und kraftvolle Refrains.

Die ersten drei Lieder bieten einen gemächlichen Start in das Album. Die Jungs verstehen es dabei wie gewohnt teils traurige Themen mit einer gehörigen Portion Zuversicht zu kombinieren. Die Texte wirken unverfälscht und sprechen den Zuhörer, z.B. bei Dead tracks („I’ve made a few mistakes along the way, I know I’ll make a couple more“). Bei den Liedern vier bis sechs geht es mit mehr Power voran. Hier gibt es eingängige und melodische Stücke. Lieder und Songtexte wie bei Heat rash („If I can scrape this goddamn winter off my feet“) oder Fireproof (“That we can still be happy even if we fall”) sind ideale Frühlingssongs zum Mitgröhlen. Letterbox ist ebenfalls gelungen. Der Mittelteil der CD ist somit der Stärkste.

Bei Shoreline wird das Tempo zunächst gedrosselt, Hold fast ist direkt wieder schneller. Spätestens hier tritt Schema F aber offen zu Tage. Überraschungen und Variationen gibt es höchstens bei der Geschwindigkeit der Lieder. Positiv formuliert sind Banner Pilot sehr konsequent und verzichten bewusst auf andere Einflüsse. Andererseits wirkt das Ganze bei inzwischen mehr als 40 Liedern der Band seit 2005 doch etwas ermüdend und voraussehbar. Springless ist für mich der lahme Tiefpunkt bei diesem Album. Summer ash sticht mit einer Laufzeit von 5:22 Minuten und seinem Aufbau am Ende noch einmal positiv heraus. Es kann das Ruder aber nicht mehr entscheidend rumreißen. Zwei drei Lieder mehr von dieser Sorte hätten dem Album sicher gut getan.

Banner Pilot erzeugen nach wie vor Aufbruchsstimmung. Besonders jetzt im Frühjahr ist ihre Mucke ideal fürs Autofahren. Das Album kann gut in einem Rutsch durchgehört werden. Gleichzeitig ist das auch der Kritikpunkt. Souvenir bewegt sich fast gar nicht abseits der bekannten Pfade. Deshalb ist die Gefahr des schnell wieder in der Versenkung Verschwindens hier um so höher.

Highlights:
Heat Rash
Fireproof

Lowlights:
Springless
Gefahr der Eintönigkeit

Fazit:
Solides Punkalbum. Musikalische Abwechslung wird hier aber vergeblich gesucht.

Michael sagt:  7p (7 / 10 Punkte)

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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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