Red City Radio – Red City Radio (Review)

„I just want to get high and play my fuckin´guitar”. Das ist die Kernaussage von Garret Dale auf dem selbstbetitelten dritten Longplayer von Red City Radio. Schwein gehabt! Beim dritten Album, welches ja nicht selten als Wegweiser einer Band dient hätte das Motto ja auch leicht „I just want to get rich and play some shit that everybody wants to hear …“ lauten können.

Doch zum Glück bleiben Red City Radio eine verdammte Konstante in einer sonst so verdammt unkonstanten Welt und schrauben uns wieder eine ganze Batterie Ohrwürmer in den Schädel. Doch dieses Mal muss ich am Ende auch mal ein „Aber“ setzen.

Das Beste kommt zum Schluss!

Das famose „In the meantime“, aus dem das anfängliche Zitat stammt, ist definitiv der Überhit des Albums und dürfte auf vielen Feierlichkeiten für verknotete Stimmbänder sorgen. Klammheimlich haben RCR dieses Monster ganz am Ende des Albums versteckt. Und da wollte ich schon wieder meckern dass der Hit fehlt. Tztztz… Am Arsch Kollegen! Das Beste kommt zum Schluss, wie es so schön heißt. Im Allgemeinen läuft das Album grade zum Ende hin zur Höchstform auf. „I should have known“ ist für mich mit seiner pervers geilen Hookline ein weiteres Highlight des Albums. Muss man gehört haben. Dann weiß man was ich meine. Genial!

Ebenfalls am Ende der Platte angesiedelt ist ein ruhigerer Song, der absolute Extraklasse hat. Auf „Titles“ habe ich mich ja noch beschwert, dass mir bei der Stimme von Dale die Balladen fehlen. Jetzt hauen sie mit „I´ll catch a ride“ ein zumindest teilweise balladeskes Ungetüm raus was sich über sieben Minuten erstreckt. Da werd ich ganz wuschig. Das ist wieder einer dieser Momente, wo ich merke, wie sehr ich diese Band liebe. Das ist so schlimm, dass ich kaum in der Lage bin Kritik zu üben. Weil die Jungs aber auch alles, selbst die nicht so tollen Dinge, mit so viel hörbarer Hingabe machen, dass man es einfach mögen möchte.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Trotzdem hier das eingangs erwähnte „aber“. „Aber“ es gibt auch zum ersten Mal in der Geschichte der Band kleine, nur ganz kurze, Momente wo sie mir anfangen mit ihren zahlreichen „Oooh oooh und aaah aaahh“-Chören auf den Keks zu gehen. Spätestens bei der achten Wiederholung ist es dann aber auch mal gut meine Herren! Ja! Ihr seid alle vier begnadete Sänger. Ich habe es verstanden. Aber deshalb müsst ihr nicht kontinuierlich alle vier ins Mikro trällern.

Weniger ist da manchmal echt mehr. Sonst nutzt sich dieser Effekt, der die Band neben Dales Gesang auszeichnet, nämlich irgendwann ab und wird nervig. Wenn ich zum Beispiel zum zwanzigsten mal „I am a straaaaanger“ höre bin ich einfach mit dem Finger am Skip-Knopf. Große Liebe hin oder her.

Facettenreich zum Hammeralbum

So. Das reicht auch an Kritik für Red City Radio für die nächsten zehn Jahre. Denn im Endeffekt bin ich einfach nur dankbar für diese Band. Die Jungs bauen mich auf. Nehmen mich mit. Geben mir Antrieb. Die Songs stecken so voller positiver Energie, dass da wirklich jeder was für sich rausziehen kann. Mit „Electricity“, „Watcha got?“ oder „Let me in“ wartet jedenfalls genug geniales Material auf den Hörer.

Das ist so unglaublich ehrlicher und gutgemachter Rock. Mal punkig, oft auch etwas poppig, aber immer facettenreich und interessant. Auf jeden Fall immer authentisch, was die Band auch grade bei Liveauftritten immer wieder unter Beweis stellt. In jedem Falle stechen Red City Radio gehörig aus der Masse heraus und zwar nach oben. Red City Radio hat das dritte Album gemeistert.

Highlights:
In the Meantime
I should have known
I´ll catch a ride

Lowlights:
Stranger

Fazit:
Die Ausrichtung lautet weiterhin „I just want to get high and play my fuckin´guitar.”

Manuel sagt: <img class="alignnone size-full wp-image-386 colorbox-6678" src="http://www browse around here.dasmusslauter.de/wp-content/uploads/2011/06/9p.gif“ alt=“9p“ width=“160″ height=“16″ />  (9 / 10 Punkte)

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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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