Polkaholix – Sex, Drugs & Sauerkraut (Review)

Genre: Polka. Da denkste erst mal, dass das ja eigentlich jetzt nicht auch noch sein muss. Hast ja sowieso schon viel auf der Kette. Wenn du dann aber erst mal auf Play gedrückt hast und dich schon die ersten Sekunden des Songs „Voll Polka“ umpusten, dann denkste dir: Na gut, die 45 Minuten habe ich doch mal übrig.

Die Polkaholix aus Berlin haben es sich zur Aufgabe gemacht, der guten alten Polka ein modernes Soundgewand zu verpassen. Und ich bin erstaunt, wie gut das, vor allem bei ihren eigenen Songs, funktioniert. Selbst Bewegungslegastheniker fangen sofort an, unruhig zu werden und zumindest mit dem Fuß zu wippen, wenn die Polkaholix loslegen.

Besonders gut stehen den Songs Ska-Einflüsse zu Gesicht. „Voll Polka“ und „Bequem“ machen einfach von Beginn an richtig Spaß. Das muss man einfach mit einem Lächeln noch ein Stückchen lauter aufdrehen. Gilt genauso für „In Berlin“, der Hommage an die Heimatstadt der Truppe. Für mich einer der stärksten Songs des Albums. „Jalapeño“ ist auf einem ähnlichen Niveau, geht dabei instrumental sogar noch stärker nach vorne. Mit ruhigeren Tönen startet „Wunderbar“, nur um dann ordentlich durchzustarten. Wunderbarer Ohrwurm.

Mit Coverversionen, offenbar dem zweiten Schwerpunkt/Standbein der Band, ist das ja so eine Sache. Je nachdem, welche persönliche Beziehung man zum Original hat, ist man schon positiv oder negativ vorbelastet. Sind sie jedoch mit Liebe gemacht, werden sie ganz sicher ihre Freunde finden. Ich bin hier jedenfalls komplett zwiegespalten: Die Coversongs „Engel“ (Rammstein) oder „Amadeus“ (Falco) finde ich grauslich. Auch „The Fox“ (Ylvis) strapaziert meine Nerven ziemlich. „I Was Made For Lovin‘ You“ (Kiss) läuft einfach mal so mit.

Richtig gut gefallen mir aber „White Wedding“ (Billy Idol) und echt über allem schwingt die Coverversion von „Bang Bang“ (Nancy Sinatra). Der Song ist schlicht und einfach eine Wucht, den ich wohl im nächsten halben Jahr in jede Partyplaylist einbauen werde. Bleibt festzuhalten: Die eigenen Songs der Band kicken mich richtig. Bei der Auswahl der Coversongs haben sie meinen Geschmack jedoch noch nicht getroffen, obwohl die Bandbreite schon enorm ist.

Highlights:
Bang Bang
In Berlin
Bequem

Lowlights:
Engel
Amadeus

Fazit:
Erstaunlicherweise funktioniert ska-getränkte Polka ganz wunderbar!

Christopher sagt: 7p  (7 / 10 Punkte)

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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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