Normandie – Inguz (Review)

Die schwedische Rockband Normandie vermischt Metal, Emo, (Alternative-)Rock/Pop und Elektro. Das Debütalbum „Inguz“ hört sich an, als hätte man ausschließlich die besten Bestandteile von Bring Me The Horizon und A Day To Remember, 30 Seconds to Mars und Muse genommen und es dann irgendwie geschafft, das ganze dann stimmungsmäßig in die Nähe von My Chemical Romance – The Black Parade zu rücken. Kann nicht funktionieren? Doch, kann es. Und wie. Mit „Inguz“ kommt für mich das erste Album-Highlight des Jahres in die Läden.

Der Einstieg ist der Hammer. Nach wenigen Sekunden wird man in „Fight“ weggescreamt. Nicht zu Heavy, sondern genau in der benötigten Intensität. Der Track baut immer wieder eine enorme Spannung auf, bevor er im stimmgewaltigen Refrain mündet. Dabei werden immer wieder geschickt poppigere Melodien eingebaut, bevor er dich wieder an die Wand nagelt. Danach darf man sich erst mal sammeln. Bei „The Awakening“ und den beiden vorab bereits bekannten Songs „Collide“ und Believe“ dominieren Alternative-Pop Klänge – Metal-Ausschläge finden man nur in Ansätzen und etwas zarter Gesang dominiert gegenüber den kaum vorhandenen kraftvolleren screams and shouts. Dafür passen Melodien, Arrangements und die Band liefert tolle Alternative/Indie-Songs ab, die mit großer Klangkulisse aufwarten und fast schon hymnisch daherkommen.

Aufhorchen lässt zur Mitte des Albums das Intro von „Loop Hole“. Der Song ist insgesamt um einiges härter und erinnert an den Einstieg in „Inguz“. Hat man zwischendurch das Gefühl, der Song könnte in eine ruhigere Richtung abdriften, wird plötzlich so dermaßen auf den Drums rumgekloppt, dass mir ein wohliger Schauer über den Rücken läuft. Dazu Elektrosounds und Screams. Interessante Mischung. Zweiter Instant Lieblingstrack 😀 Und es gibt noch ein drittes Lieblingslied: „Calling“ – Noch so eine nahezu perfekte Uptempo-Mischung aus Screams, butterweichem (mehrstimmigen) Gesang und kraftvoller Sounduntermalung von Metal bis zu Synthie-Sounds.

Ist das „Inguz“ insgesamt eher mystisch und dunkel gehalten, fällt uns mit „Starting New“ plötzlich ein erstaunlich fröhlich daher kommender Song vor die Füße. Riecht förmlich nach der nächsten Single – bißchen zu viel Poppunk, aber skippen tu ich den Song erstaunlicherweise dann doch nicht. Wie beim Rest des Albums, arbeiten auch „The Deep Cold“ und „The Storm“ unumstößlich auf eine wahrhaftige musikalische und gesangliche Explosion im Refrain hin. Funktioniert prächtig. Mit dem zehnten Song „Epilogue“ schließt das Album Inguz für meinen Geschmack mit etwas zu viel Bombast und Theatralik.

Mit der veränderten musikalischen Ausrichtung hat sich die Band aus Örebro in Schweden jedenfalls in ganz andere Dimensionen katapultiert. Dass das ausgerechnet nach dem Abgang des Shouters passieren wird – damit haben sicher nur die wenigsten gerechnet. Krasser Scheiß

Highlights:
Fight
Loop Hole
Calling

Lowlights:
Epilogue

Fazit: NORMANDIE werden mit ihrem Debütalbum „Inguz“ auf jeden Fall durch die Decke gehen!

Christopher sagt:  9p (9 / 10 Punkte)

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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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