Millencolin – True Brew (Review)

Nachdem das letzte Album „Machine 15“ die Fans teilweise mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hatte, ließen sich Millencolin viel Zeit für den Nachfolger. Im April 2015 war es dann soweit: True Brew stand in den Läden – und begeisterte viele Fans. Auch mich.

Die Jungs um Bassist und Sänger Nikola Šarčević wenden sich auf „True Brew“ wieder dem Punkrock zu und lassen Ausflüge in Alternative Rock Gefilde dieses Mal größtenteils bleiben. Allerdings: Auch Ska sucht man vergebens und an der einen oder anderen Ecke geht es ziemlich poppig zu. Meist bekommen sie aber die Kurve und catchy sind die Songs von Millencolin schließlich seit eh und je.

Dass es dieses Mal wieder eine astreine Punkrocksause wird, ist bereits mit den ersten Melodien von „Egocentric Man“ klar. Das ist der typische Millencolin Sound. Das erste wirkliche Highlight gibt es mit „Autopilot Mode“. Straightforward mit stampfend treibendem Refrain. Damit stellt der Song eine erfreuliche Abwechslung vom Millencolin-Standard dar. Ähnlich gut nach vorne geht der vorab als Single ausgekoppelte Song „Sense & Sensibility“.

Bei den etwas weniger druckvollen, dafür aber um einiges melodischeren Songs, stechen „Something I Would Die For“ und „Believe In John“ raus, vor allem ersterer hat einen Mega-Ohrwurm-Refrain. Auch „Mr. Fake Believe“ entwickelt sich super in seinen knapp zweieinhalb Minuten. „Bring Me Home“ ist der perfekte Sing-a-long Song mit erstaunlich viel Dampf auf dem Kessel. Hach, was freu mich auf das nächste Live-Konzert. Da wird sicher auch der Titeltrack als Hymne an das Leben richtig knallen. Neben „Autopilot Mode“ ließ mich auch „Wall Of Doubt“ mit seinem Klavierintro aufhorchen. Doch bevor ich mich mit dem Gedanken an eine Ballade gewöhnen konnte, ging der Song auch schon richtig wuchtig los.

Läuft also mit „True Brew“ für Millencolin. Allerdings gibt es auch ein paar Songs, die man zwar gut hören kann, die nichts besonderes in der Millencolin-Diskographie darstellen. „Man Of A 100 Tics“, „Perfection Is Boring“, „Mr. Fake Believe“ … ja alles gute Songs, aber die laufen halt irgendwie einfach mit. Dafür haben die Schweden halt schon zu viele Granaten rausgehauen, als dass sie mich damit hinter’m Ofen hervorlocken könnten.

Den Melodic Punkrock haben Millencolin sicher nicht neu erfunden, aber ein wirklich gutes Album ist es allemal geworden. Und daran vermutlich nach dem letzten Output von 2008 nicht mehr jeder geglaubt.

Highlights:
Autopilot Mode
Sense & Sensibility
Bring Me Home
Something I Would Die For
Egocentric Man

Lowlights:
Kein echter Ausfall vorhanden

Fazit: MILLENCOLIN sind wieder die ungekrönten Könige eingängigen Punkrocks.

Christopher sagt:8p   (8 / 10 Punkte)

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Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

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