Meilensteine der Vergangenheit: The Bates – Pleasure & Pain

1995. Ganz Deutschland ist fest in der Hand des Eurodance. Ganz Deutschland? Nicht ganz! Ein kleines Dorf in der Nähe von Kassel leistet den Herren DJ Bobo und H.P-Baxxter erbitterten Widerstand. Dieses Dorf heißt Eschwege. In Form der Punk-Band „The Bates“ liefert dieses Dorf den ein oder anderen Nadelstich in die mit Dosenmusik vollgemüllten deutschen Top 100. Das 1995 erschienende Album „Pleasure & Pain“ ist sicher nicht das beste Album der Punkrocker um den charismatischen Frontmann Zimbl, aber das erste welches ich von ihnen hörte.

So gut hatte ich Michael Jacksons „Billie Jean“ gar nicht mehr in Erinnerung, dachte ich mir beim ersten Kontakt mit den Bates noch. Dieser wird sicherlich auf VIVA stattgefunden haben. Sicherlich auch angekündigt von Heike Makatsch, als Deutschlands Antwort auf Green Day oder irgend so einen Scheiß. Besser noch als Deutschlands Cover-Band Nummer 1. Tja, die Bates hatten in den Medien immer einen schweren Stand. Cover-Band, Dorfpunks, Spaßpunker, selbst als talentfreie Bierzeltband wurden sie mal betitelt. Man könnte auch einfach sagen, dass wirklich niemand der zu dieser Zeit angesagten Musiksender-VJ´s oder sonstige Musikjournalisten Lust hatten sich mit Punkrock ernsthaft zu befassen. Punk-Rock war in Deutschland anno 1995 völlig tot.

„Billie Jean“ konnte hieran zumindest zeitweise etwas ändern und schaffe es immerhin auch Platz 21 der Charts. Von dem wesentlich besseren „A real cool time“, welches die erste Auskopplung des „Pleasure & Pain“-Albums war nahm bis hierhin niemand Kenntnis. Trotzdem konnten die Bates im Windschatten des Billie Jean-Erfolges das Album „Pleasure & Pain“ auf Platz 24 der deutschen Charts bringen.

Das komplette Album machte mir, wie so oft, mein großer Bruder zugänglich. Ich erinnere mich noch ziemlich gut daran. Ich zockte Doom auf meinem ersten PC und hörte das „Pleasure & Pain“-Album bis zum erbrechen. Immer und immer wieder. Ich musste mich schon etwas in die Band reinbeissen, aber im Endeffekt lohnte es sich.

Songs wie „Highscore“, „A real cool time“ oder „Say it isn´t so” höre ich bis heute noch gerne. Die Bates haben halt grade durch Zimbls Gesang einen ganz eigenen Stil mit hohem Wiedererkennungswert. Mich hatten sie jedenfalls richtig am Arsch und ich besorgte mir nach und nach alle Alben. Fleißig waren die Bates immer und somit gab es genug Material welches gehört werden wollte. Und man kann schon behaupten, dass sie auch nach dem Erfolg ihrem Stil immer treu blieben. Somit war auch jedes Album ziemlich gut.

Für mich waren The Bates nie eine Cover-Band. Sie waren eine richtig gute Punk-Band, die das Beste aus ihren Möglichkeiten gemacht hat, und nebenbei mal gezeigt hat wie man ordentlich covert. Ich beiße mir immer noch in den Arsch, weil ich die Herren nie live gesehen habe. So muss ich mich bis heute mit Videomaterial von Youtube begnügen. Im Allgemeinen sauge ich bis heute alles auf was ich über die Bates noch finden kann. Mittlerweile bekommt man die Alben übrigens nachgeschmissen … klare Kaufempfehlung von meiner Seite … und zwar für jedes verdammte Bates-Album!

Manuel

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