Meilensteine der Vergangenheit: Guns N´ Roses – Appetite for destruction

Wir schreiben das Jahr 1992. Ich war elf Jahre jung und führte ein gut behütetes und fröhliches Leben, wie es sich für einen kleinen Jungen gehört. An einem Nachmittag im Sommer änderte sich dies allerdings etwas. Das musikalische Böse in mir erwachte an diesem Nachmittag. Und ich fand es geil …

Ein Schulfreund von mir lud mich zum „spielen“ in seine Wohnung ein. Ich war schon irritiert als mir grauer Zigarettenrauch aus dem Wohnzimmer entgegen kam, aber außer meinem gleichaltrigen Kumpel niemand zu Hause war. Ich hatte mich eigentlich auf einige Runden Amiga oder Sega eingestellt. Aber es sollte ganz anders kommen …

„Ich ziehe mir grade einige Videos von Guns N´Roses rein, willste auch eine Pfeife paffen?“Was? Wie? Paffen? Guns N´Roses? Was zum Teufel? … mein Kumpel war mir scheinbar gute 2-3 Jahre voraus was Musik und Suchtmittel anging.

Den Zigaretten konnte ich an diesem Nachmittag noch widerstehen, Guns N´Roses glücklicherweise nicht. Hossa, war das anders, böse und gewaltig was ich hier zu sehen bekam. Langhaarige, schwer tätowierte Rocker, die auch noch richtig geile Musik machten. Die Videos zu „Welcome to the jungle“, „Sweet child o´ mine“ und das etwas ältere Patience liefen den ganzen Nachmittag in der Endlosschleife. Ich musste diese Songs haben, gleich morgen! Ich war der böseste kleine Mann auf der ganzen Welt.

Am nächsten Tag bekam ich auch gleich eine Kassette, diese eckigen Dinger … ihr wisst noch?, mit dem Album „Appetite for destruction“ von meinem Kumpel. Und einige Stunden später war mein weiterer musikalischer Weg geebnet.

Dieses Album war der Antichrist, das musikgewordene Böse, fieser als Freddy Krüger und dreckiger als das Wohnzimmer in dem ich einen Tag zuvor meine musikalische Unschuld verlor.

Guns N´Roses wurden innerhalb kürzester Zeit zur einzigen! Band in meiner Schulklasse, in meiner Parallelklasse, ja eigentlich an der ganzen verdammten Schule. Man wurde förmlich überrollt von Songs wie „My michelle“, „Mr.Brownstone“ und „Rocket Queen“. Oh mein Gott! Ich hatte Aufnäher auf meiner Weste. Völlig erbärmlich, aber es gab damals keinen anderen Weg.  Jeder sollte es sehen … don´t fuck with this guy … das ist ein Gunner.

Ich kaufte alles von Guns N´Roses was mir zufällig in die Hände fiel. Und wenn das Taschengeld nicht reichte, schnitt ich mir die Artikel gleich im Supermarkt aus. Ich hatte ganze Ordner voll mit Interviews und Homestories aus Bravo, Popcorn, Pop Rocky und wie sie alle hiessen. Marky Mark und 2 Unlimited-Poster wurden zu Axl Rose-Postern. Eine Zeit der Veränderung in jeder Beziehung.

Appetite for destruction ist und bleibt eines der besten Alben, die ich je hören durfte. Für mich selber sowieso eines der wichtigsten Alben überhaupt. Und habt ihr mir später auch mit euren Eskapaden, Streitereien und schließlich mit eurer Trennung mein kleines Hardrock-Herz gebrochen, so sage ich trotzdem … danke Guns N´Roses … danke für die tollen Jahre und diese skurrilen aber schönen Erinnerungen.

Manuel

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