Meilensteine der Vergangenheit : Billy Talent – Billy Talent I

Dieses Album hat mich eigentlich für alle Zeit verdorben. Seit Billy Talents „I“ muss sich zumindest jede Band an dem Druck und der Energie dieses Albums messen lassen. Geschafft haben es seit dem nur noch eine handvoll Bands mich ähnlich zu begeistern. Ganz geschafft hat es seit dem keine einzige Band und kein einziges Album mehr.

Anfangs habe ich von dem Album kaum Notiz genommen. Ich war ungefähr zweiundwanzig als Billy Talent in mein Leben traten. Meine Welt war fest in den Händen von Millencolin, The Offspring und Less than Jake. Aber hier kam etwas ganz anderes. Etwas mit dem ich im ersten Moment gar nichts anfangen konnte, denn die Stimme von Sänger Benjamin Kowalewicz klang doch schon erheblich befremdlich. Es brauchte einige Durchläufe bis ich bemerkte was für eine Energie in diesem Album steckte und was für eingängige Melodien hier dargeboten wurden.

Und als ich „Line&Sinker“ dann irgendwann in der für das Lied vorgesehenen Lautstärke hörte, sprang der Funke endgültig über. Kurz darauf zündeten auch „This is how it goes“ und „Voices of violence“, dann zündete nach und nach jeder der zwölf Songs. Fortan regierte Billy Talent meine Musikwelt. Meine Freunde wurden teilweise auf Feiern von mir, freundlich aber mit Nachdruck, gezwungen das Album durchlaufen zu lassen und ich beteiligte mich lautstark daran, dass auch wirklich jeder von diesem Album Notiz nahm. Das brachte mir neben blöden Blicken und gelben Scheinen, weil die Stimme montags weg war, den gewünschten Erfolg. Billy Talent waren in meinem Freundeskreis allgegenwärtig und liefen auf jeder verdammten Party rauf und runter.

Und dann kam der Tag an dem sich die Liebe zu Billy Talent noch verfestigen sollte. Ein Konzert im Bremer Schlachthof vor lächerlichen 1000-1500 Menschen als Vorgruppe der Beatsteaks. Es waren komischerweise schon ziemlich viele Billy Talent-T-Shirt an diesem Abend unterwegs, was sich als ein gutes Zeichen herausstellen sollte. Billy Talent drehten dem Schlachhof mal komplett durch den Rock-Wolf, so habe ich das bei einer Vorband nie wieder gesehen. Die Band sprühte nur so vor Spielfreude und hatte richtig Bock auf Randale. Das passte einfach wunderbar in diese Zeiten. Mittlerweile werden Billy Talent ja etwas ruhiger und „III“ war nun auch nicht mehr so richtig geil. Bei Billy Talent habe ich aber noch die Hoffnung, das nochmal ein gutes Album kommt, so unerwartet wie sie damals aus dem Nichts kamen.

Auch nach gut neun Jahren krame ich Billy Talent „I“  jedenfalls immer wieder gerne hervor. Es ist schön zu sehen, dass wir beide, das Album und ich, auch neun Jahre später immer noch so rocken wie damals. Nur das Album braucht keine Woche Urlaub danach …

Manuel

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1 Response

  1. 26. Januar 2014

    […] Aha. Naja. Mal gucken.” Na gut, lassen wir den Namen mal hinter uns. Ich mein, Billy Talent, Pup oder Red City Radio hört man ja auch nicht wegen, sondern trotz des Bandnamens, […]

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