Ghouls – Great Expectations II (Review)

„And I might not play Reading, I might not play Leeds. I might not ever make it to Glastonbury. And I might not play Warped Tour, I might not make it, but at least I’ll have the memories of the things we did.”

Ein Auszug aus dem Song “Being me”, der die Position der Ghouls schön auf den Punkt bringt. Klasse Band … machen aber leider Ska-Punk. Unser Christopher hat sich zu dem Thema ja bei The Prosecution schon mal ausführlich ausgelassen. Nein, mit Ska-Punk wirst du nicht reich. Mit Ska-Punk kommst du nicht auf die großen Festivals dieser Welt, zumindest nicht in die oberen Slots. Und Ghouls? Bei den wenigsten von euch dürfte es da klingeln. Stimmt alles. Stimmt aber eben auch, dass einige meiner tollsten Feiermomente und Erinnerungen zwischen meinen Synapsen mit Ska-Punk verklebt sind. Und ein Grund dafür sind eben Bands der Marke Ghouls, die Friede, Freude, Feierlaune transportieren und sich einen Scheißdreck um den Mainstream scheren auch wenn man dann am Ende des Tages halt nur für Freibier spielt.

Songs mit Lieblingslied-Potenzial!

Das Album „Ten thousand words on“ der Band habe ich ja vor geraumer Zeit schon grade deswegen ausschweifend abgefeiert. Okey zugegeben, ganz ganz so stark ist die EP „Great Expectations II“ nicht geworden. Aber trotzdem noch verdammt gut, denn die Band macht so unglaublich viel richtig.

Drei  Volltreffer sind  auf Great Expectations II vertreten. Drei von Sieben. Hammerquote! Neben dem vorhin erwähnten „Being me“ treffen auch „Better and then some“ und „Gone fishing“ genau meinen Geschmack. Toll eingesetzte Bläser untermauern die flotten Tanzsongs, die sogar textlich was auf der Pfanne haben. Grade „Gone fishing“ ist klasse. Zeigt es doch dass früher „scheinbar“ verschwendete Tage an denen man nur mit seinen Freunden Zeit totgeschlagen und geredet hat, die Tage sind, an die wir uns heute, gestresst von Job und Alltag, am liebsten erinnern.

Auf Augenhöhe mit Vorgängeralbum?

Okey. Drei Volltreffer. Warum ist Great Expectations II dann nicht der ganz große Wurf?

Weil die restlichen Songs im Vergleich zum Vorgänger nicht so stark sind. Mit „Acting adult“ ist ein langsamer Song vertreten der unter „unnötig“ fällt. Dass die Ghouls so was besser können haben sie mit dem großartigen „Quit while you´re ahead“ auf dem Vorgänger bewiesen. Und die anderen Tracks sind allesamt okey. Aber eben nicht mehr. Ordentliche Songs mit mehr oder weniger Bläserunterstützung, denen so ein wenig das richtige Timing und die guten Ideen fehlen. Hier haben die Briten auf dem Vorgänger einfach mehr Mut zur Hässlichkeit gehabt. Haben mehr experimentiert und klangen insgesamt unrunder und somit interessanter. Auf der neuen Platte wurde wesentlich weniger Risiko gefahren. Schade eigentlich. Aber jammern ist echt nicht angesagt. Die Ghouls liefern mit „Great expectations II“ wieder einmal richtig ab. Man kann nur hoffen, dass man von dieser jungen Band noch einiges hören wird und sie vielleicht doch mal so groß werden um uns auf  diversen deutschen Festivals zu begegnen.

Highlights:
Being me
Gone Fishing
Better and then some

Lowlights:
Acting adult

Fazit:
Damit kommst du nicht nach Glastonbury. Aber auf meine Playlist!

Manuel sagt: 8p    (8 / 10 Punkte)

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Service:

Die Ghouls mit „Great Expectations II“ bei Bandcamp, erhältlich für schlappe £5 GBP:

Manuel

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