Meilensteine der Vergangenheit : Soul Asylum – Grave dancers union (1992)


Im Zuge des kommerziellen Erfolges von Nirvana Anfang der 90er Jahre kamen allerlei vorher unbekannte Grunge-Bands groß heraus. Unter ihnen waren auch Soul Asylum aus Minneapolis mit Zottel-Frontmann Dave Pirner. Die Band bestand bereits, völlig unbeachtet, seit 1982. Aber erst im Windschatten von Bands wie Nirvana oder Soundgarden gelang Soul Asylum im Jahre 1992 mit „Runaway Train“ der Durchbruch. Einen nicht geringen Teil des Erfolges machte sicher das Video aus, in dem nach vermissten Kindern gefahndet wurde. Manche werden sich sicher erinnern…

Auf das Album wurde ich allerdings erst nachts auf MTV aufmerksam, als ich das Video zur eigentlich ersten Single „Somebody to shove“ sah. Das Lied war mal der absolute Hammer und hatte mit dem lahmarschigen „Runaway Train“ mal so gar nichts gemeinsam. Der Kauf des Albums „Grave dancers union“, vom damals noch wochenlang zusammen gekratzen Taschengeld, habe ich jedenfalls nie bereut. Erst letztens habe ich die CD wieder im Auto gehört und die ist immer noch größtenteils ziemlich gut.

Songs wie „Without a trace“, „Black Gold“ und das eben besagte „Somebody to shove“ sind auch heute noch absolute Reißer und riefen mir wieder ins Gedächtnis warum ich Soul Asylum immer besser fand als Nirvana. Klar es gab auch einige Schrott-Songs auf dem Album wie „April fool“ oder „99%“, bei denen Dave Pirners Stimme bis zur Unkenntlichkeit verzerrt wurde. Verzerrer? Waren damals schon scheiße, sind heute noch scheiße … schönen Gruß an die Disko-Szene.

Was dieses eigentlich nur leicht überdurchschnittliche Album zu einem meiner favourites machte sind zwei fest mit dem Album verbundene Erinnerungen. Erstens lief das Album bei meinem persönlichen „Videospielrekord“, also ununterbrochen vor dem damals noch Sega Mega Drive hockend, von 14 Stunden am Stück, in der Endlosschleife und zweitens waren Soul Asylum der Grund dafür, dass ich niemals im Leben Nirvana wirklich mochte.

Tja so war das damals, mochte man Soul Asylum durfte man Nirvana nicht mögen. Mochte man Caught in the act, durfte man Take that nicht mögen. Mochte man Techno, mochte einen niemand sonst, zu Recht. Lustige 90er.

Mittlerweile darf man wieder Nirvana und Soul Asylum mögen, und so kann ich dieses Album immer noch jedem ans Herz legen der gute Rockmusik mag.

Großartig habe ich den Weg der Band dann allerdings nicht weiter verfolgt, was sicher daran lag, dass ich ungefähr zur selben Zeit auf Guns N´Roses aufmerksam wurde. Und Axl Rose duldete keine Götter neben sich. Aber dieses Thema werde ich später sicher noch mal aufführen.

Im Jahre 2006 lieferten Soul Asylum ihr letztes Studio-Album „The Silver Lining“ ab. Kurz nach den Aufnahmen starb Bassist Karl Mueller an Krebs. Seitdem gab es von Soul Asylum nichts mehr zu hören.

Frontmann Dave Pirner, der damals durch seine Affäre zu Wynona Ryder für Schalgzeilen sorgte, tingelt nun als Musiker durch seine neue Wahlheimat New Orleans.

Von Soul Asylum wird wohl nicht neues mehr zu erwarten sein… ist aber auch gut so, denn ich behalte sie gerne nur durch dieses eine Album in Erinnerung.

Manuel

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