Das musste lauter!: Papa Roach – Infest

„Cut my life into pieces! This is my last resort!“

Keine Dorfdisko, keine Privatparty, ja nicht einmal der städtische Jahrmarkt kam ohne dieses nächtliche Ritual in Form von Papa Roachs Last Resort aus. Dieser Song war zur Jahrtausendwende auf Feierlichkeiten so allgegenwärtig wie etwa  Bruttosozialprodukt von Geier Sturzflug oder Major Tom von Peter Schilling. Es gab nur einen kleinen Unterschied. Während sich bei den letztgenannten Songs für die breite Masse (wie doppeldeutig) spontan ein Würgereflex bei mir bemerkbar machte, fand ich Last Resort super! Ich konnte tatsächlich auf allen möglichen Mistveranstaltungen sicher sein, dass ich mindestens drei Minuten Spaß haben würde. Ich konnte diesen elendigen Hemdenträgern auf der Tanzfläche zeigen, wie man durchdreht. An richtig guten Tagen wurden daraus sogar sechs Minuten weil noch Self Esteem von Offspring oder Killing in the name of von Rage against the Maschine nachgeschoben wurde.

Ja, Papa Roach waren mit Last Resort kurzzeitig das personifizierte böse im mainstreamigen Nu-Metal-Bereich, dem auch ich kurzzeitig angehörte. Zu finden war der Song auf dem Album Infest, welches wirklich ein Überraschungserfolg war. Es gab ja neben Last Resort schließlich auch noch Broken home (kann ich immer noch gut hören) oder Between angels & insects. Insgesamt stellte das ein durchaus ansprechendes Klanggewitter dar.

Gut ein oder zwei Jahre hielten sich Papa Roach in meinen Playlisten. Zusammen mit Linkin Park und Crazy Town bildeten sie quasi mein Nu-Metal-Dreigestirn. Längere Zeit konnten sich hiervon nur Linkin Park halten bis schlußendlich …. (ach das ist ein anderes Thema!).

Keine Ahnung wann oder warum das Interesse an Papa Roach abebbte. Vielleicht weil ich Front-Psycho-Proll Jacoby Shaddix , a.k.a Coby Dick, a.k.a. Johhny Vodka, a.k.a Dakota Gold, a.k.a. Oskar aus der Mülltonne, nicht leiden konnte. Mit dieser Mutation vom Normalo, zur späteren  Style-Vorbild von Bill Kaulitz, zum verfettetem Rockmops, bis hin zur kajalverseuchten Dragqueen konnte ich nie etwas anfangen. Wahrscheinlich weil diese Veränderungen irgendwann wichtiger waren als die Musik die Papa Roach eigentlich machte.

Oder lag es am plötzlichen Nu-Metal-Tod? Quasi über Nacht musste man sich ja schämen immer noch Nu-Metal zu hören. Ich weiß bis heute nicht so recht was da passiert ist …

Ach, wahrscheinlich lag es einfach am miesen Nachfolger Lovehatetragedy. Seither kümmert mich bei Papa Roach nur noch der optische Zustand von Coby DICK. Wie ein Unfall, man kann einfach nicht wegsehen.Bleibt festzuhalten, dass Infest super war und der Auftritt der Band im Jahre 2001 auf dem Rock am Ring legendär. Dort streikte die Technik und Coby flippte dermaßen aus, dass er sich mit seinem Mikro die Stirn blutig kloppte. Das war in der Summe dann interessanter als ein regulärer Auftritt der Band wohl je hätte werden können. Schöne Erinnerungen an eine kurzzeitig schöne Band.

Manuel

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