Atrocity Solution – Lost Remedies (Review)

Zwanzig Minuten Extase. Zwanzig Minuten wohliges Grunzen. Zwanzig Minuten Ohrenbluten. So in etwa kann ich das 2013 veröffentlichte „Lost Remedies“ von Atrocity Solution in Kurzform darstellen. Atrocity wer? Tja, kannte ich auch nicht. Wieder einer dieser Zufallstreffer meiner Spotify-Streifzüge. Atrocity Solution ist eine Punkband aus Wisconsin, die ihr Genre selber als eine Mischung aus Punk, Ska, Metal, Trash und Rap bezeichnen. Klingt extrem vielseitig. Ist es! Klingt extrem unaufgeräumt? Ist es leider teilweise auch!

Und würden die Herren sich ausschließlich auf Skacore konzentrieren wären sie nicht weniger als mein neuester heißer Scheiß. So aber kann ich leider nur einer handvoll Songs das Prädikat Weltklasse erteilen: Pickin up the Pieces , Panic State , Let us remember , Watch the world burn und Banshee sind allesamt arschtretende Vollmonster. Das macht einen riesigen Bock! Extrem tanz- und moshbar werden hier Themen wie Glaube und Materialismus bearbeitet. Und was heißt hier eigentlich NUR eine handvoll? So viele Hits dieser Kragenweite landen andere Combos ihr Leben lang nicht.

Allerdings geben Atrocity Solution ja auch an, im Bereich Metal und Trash unterwegs zu sein. Das macht sich leider grade zum Ende des Albums sehr deutlich bemerkbar und verhindert hier Höchstwertungen für Lost Remedies. Songs wie Take this to your grave oder der dreizehnminütige Rausschmeißer Fallacy of Ruin sind ein musikgewordener Schlaganfall und zumindest für mich kaum zu ertragen. Trashmetal und ich? Nee das hat noch nie funktioniert. Da fehlt es mir einfach an eingängigen Melodien und Mitgröhlrefrains.

Irgendwo dazwischen bewegen sich dann die übrigen vier Songs, die einfach gutes Mittelmaß darstellen. Ja nur vier, denn drei von vierzehn Tracks auf dem Album sind Instrumentalstücke, deren Sinn sich mir noch nicht erschlossen hat. Instrumentalstücke auf Punkalben haben ungefähr die Daseinsberechtigung von blink-182 ohne Tom DeLonge. Das alles führt dazu, dass ein fader Beigeschmack bleibt. Hätte Lost Remedies den Umfang einer normalen Punkscheibe, also irgendwo zwischen 30-40 Minuten, wäre es wohl ein verdammtes Meisterwerk sein können. So aber geht dem Album nach hinten raus mal gehörig der Punk ab(handen).

Schade! Trotzdem sorgen die fünf Hammersongs dafür, dass wir es hier mit einem richtig guten Werk zu tun haben. Also Tanzschuhe an, ein Schluck Ginsengtee für die Nerven und rein in die Moshpit! Last man standing and then picking up the pieces!

Highlights:
Picking up the Pieces
Panic state
Let us remember
Watch the world burn
Banshee

Lowlights:
Teils zu trashig

Fazit:
Weltklasse … solange der Ska regiert!

Manuel sagt: 8p    (8 / 10 Punkte)

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Service:
Atrocity Solution mit Lost Remedies bei Bandcamp:

Mehr über Atrocity Solution gibt es auf facebook: https://www.facebook.com/atrocitysolution/

 

Manuel

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