North Alone – Rare & Short (Review)

North Alone legen nach. Nach dem wunderbaren Album „Cure & Disease“ aus dem letzten Jahr (Review gibts hier) gibt es nun mit der 6-Track EP „Rare & Short“ den nächsten Output zu hören.

Die EP startet mit dem grandiosen „The Romantic Sense Of Rock’n’Roll. Meine Fresse, was für ein Ohrwurm. Eine Liebeserklärung an die Musik. Eine Liebeserklärung an alle, die mit Hingabe ihrer Bestimmung folgen, die voll in ihrer Tätigkeit aufgehen, auch wenn es Entbehrungen mit sich bringt. Für mich ganz ohne Frage einer der besten Folkpunksongs der vergangenen Jahre. Touché.

Sich trotz erlittener Tiefschläge wieder aufraffen, den Arsch hochkriegen und am Ende positiv denken. Darum dreht sich der Titeltrack, der zunächst eine große Traurigkeit zur Schau stellt, bevor er auch musikalisch die Wende einleitet. Mit einfachsten Mitteln und entwaffnend ehrlichen Lyrics („She will never come back and that is a fact / She already has a new man / Be honest you’re not the type of boy for staying friends“) wird hier weit mehr als nur eine verkackte Beziehung verarbeitet. Hinfallen, Mund abputzen und wieder aufstehen. Darum geht’s.

Dass „The Romantic Sense Of Rock’n’Roll“ für mich eben nur einer der besten Folkpunksongs der letzten Jahre ist, liegt auch an einem weiteren Song dieser EP: „The Way“ – Meine Fresse, bockstarker Song. Wieder einmal ein tolles Zusammenspiel zwischen der Violine von So-Kumneth Sim und der Reibeisenstimme von Manuel North. Auch hier überzeugt die Message: Einfach mal im Hier und Jetzt zufrieden sein. Oder, um es klischeebeladener auszudrücken: Der Weg ist das Ziel.

Neben den ganz großartigen eigenen Songs besteht die EP auch aus zwei Coversongs. „Violins“ von Lagwagon und „International You Day“ von No Use For A Name. Letzterer im Duett mit Jennie Cotterill von der Band „Bad Cop Bad Cop“. Und genau damit kann ich mich nicht so recht anfreunden. Die starke Perfomance von Manuel am Mikro wird durch Cotterill etwas verwässert und wirkt dadurch ungewohnt unruhig. Dennoch: Im Ganzen überzeugt der Song. Das zweite Cover „Violions“ ist für mich der schwächste Song der EP und fällt ab. Liegt vermutlich daran, dass ich das Original weder im harten Punkgewand noch in der Akustikversion von Joey Cape mag. Und dann hat es halt auch diese Intepretation des Songs schwer.

Rund wird „Rare & Short“ mit dem sehr minimalistischen, melancholischen und fast schon zerbrechlich wirkenden „Half Of The Trail“. Ob hier wirklich „nur“ eine viele Jahre zurückliegende Beziehung verarbeitet wird oder ob mehr dahintersteckt, kann ich nicht so recht deuten. Aber der Song wirkt lange nach.

Highlights:
Romantic Sense Of Rock’n’Roll
The Way

Lowlights:
Violins

Fazit: Wahnsinnig gute Folkpunksongs. 

Christopher sagt: 8p   (8 / 10 Punkte)

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Noch wichtig:
Von jeder verkauften EP spenden North Alone 1 Euro an die Tony Sly Foundation For Kids. Der Sänger der Punkband No Use For A Name war 2012 völlig überraschend verstorben. Die Organisation wurde von seiner Familie gegründet und setzt sich im Gedenken an Tony Sly dafür ein, Kinder auf inspirierende Art und Weise an die Musik heranzuführen und ihre Begabung individuell zu fördern. Neben der EP kann man auf der North Alone Bandcamp Seite auch den Song „International You Day“ einzeln downloaden und den Euro (oder jeden anderen höheren frei wählbaren Betrag) spenden. Der Erlös kommt hierbei dann gar zu 100% dem Projekt zu Gute.

Christopher

Christopher mag Punkrock. Der darf auch gerne irische Wurzeln oder Trompeten haben. Auch Reibeisenstimmen sind super. Hin und wieder gehen sogar Elektro- und Alternative-Spielereien. Hauptsache irgendwo versteckt sich noch eine Melodie und es wird nicht bloß rumgebrüllt.

1 Response

  1. 21. Dezember 2016

    […] You Day“ von No Use For A Name eingespielt. Der Song ist auf der neuen EP „Rare & Short“ und ihr bekommt ihn auf der Bandcamp Seite. Kauft ihr den Song dort direkt, spendet ihr […]

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