Meilensteine der Vergangenheit: Slipknot – Slipknot

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Und die wenigen dazwischen sehen zwar ein, dass die Herren 0-8 sehr gute Musiker sind, können aber mit der brachialen Musik nicht so recht was anfangen. Slipknot polarisieren. Früher noch mehr als heutzutage. 1999 als das Debütalbum kam war jedenfalls die Hölle los …

Mein Vorteil anno 1999 war wohl, dass ich erst die Musik von Slipknot hörte ohne überhaupt zu wissen wer diese Band war. Zu dem Zeitpunkt wo ich sah, dass hier 9 maskierte Irre sich aufmachten die Welt zu terrorisieren, war ich schon zu verliebt in die Songs der Band aus Iowa. Somit war mir die Diskussion über Sinn und Unsinn der Kostümierung ziemlich Banane. Klar, war das auf der einen Seite etwas merkwürdig bis peinlich, andererseits zogen die Herren das so konsequent und kompromisslos durch, dass es irgendwie schon wieder Kult war. Wichtig war für mich in erster Linie, dass Slipknot rockte. Und das taten sie in einer Form, die ich vorher so nicht gehört hatte.

Zunächst fand ich im Netz den Song „Surfacing“ und war extrem irritiert. Was war das denn grade bitte? „Fuck it all, Fuck yourself, fuck everything that you stand for, don´t belong, don´t exist, don’t give a shit, don´t ever judge me”… und dann wird man auch noch gnadenlos angeschrien von Corey Taylor. Das war mal deutlich. Ich war doch etwas perplex. Ich brauchte einige Zeit um zu erkennen, dass ich dieser Art von Musik überhaupt was abgewinnen konnte. Es war einfach diese unglaubliche Aggressivität, die zu dieser Zeit genau einen bestimmten Nerv bei mir traf, obwohl meine musikalische Grundausrichtung eigentlich eine andere war. Es folgten Songs wie „Wait and bleed“, „Spit it out“ und „No life“  bis ich mir endlich sicher war mir dieses Album zulegen zu müssen.

Tja und was soll ich sagen? Das Album hatte es einfach drauf. Der Mix aus Hardcore und Metal plus einem scheinbar geisteskranken DJ bügelten einem schön die Falten aus der Fratze. „Liberate“ , „sic“, „Eyeless“; die Dichte an Metal-Brettern war schon erstaunlich für ein Debüt. Zementiert wurde meine Liebe dann schlielich durch das zweite Album „Iowa“ (stundenlange Endlosschleife + Duke Nukem: Zero Hour auf dem Nintendo 64) und die Live-DVD „Disasterpieces“. Diese sollte man sich auch als nicht Slipknot-Fan mal anschauen. Was da live von Slipknot abgefeuert wird ist wirklich mal richtig stark. Crazy fuckin´ shit würde ich mal sagen.

Fortan war immer eine Slipknot-Scheibe in greifweite. Denn Momente zum auskotzen gibt es wahrlich genug und dann gibt es kaum nen besseren Soundtrack als den von  Corey Taylor und seine bekloppten 8. Mittlerweile ja leider nur noch 7.

R.I.P. Paul Gray.

 

Manuel

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