Das musste lauter!: Fischmob – Männer können seine Gefühle nicht zeigen

„Habt ihr schon gehört? Heute Abend steigt ´ne Party!“ Jawohl und alle waren eingeladen mit der sicher nicht besten, aber definitiv feddichsden Hamburger Hip-Hop-Combo im Wust von 80er Jahre Samples, Hasch & Rock abzufeiern.

Und wer nicht alles vorbeischaute: Fickpisse kam mit seinem Bonanzarad aus der Hansestadt, Frogger kam mit seiner ganzen Gruppe namens Atari und zu guter letzt platzte selbst Vater rein und wollte uns sehen.

Fischmob bot uns mit der Männer können seine Gefühle nicht zeigen ein vor Humor triefendes Anarcho-Chaos. Die Texte irgendwo zwischen ernst, zielgerichtet, überzogen bis hin zu völlig sinnbefreit. Die Musik ein Sammelsurium aus Hip-Hop, Rock und eingebauten Samples aus so ziemlich allen möglichen Bereichen. Ein komplettes Durcheinander, welches aber konsequent durchgezogen wurde und dem Spaßfaktor somit schlussendlich in jeder Beziehung dienlich war.

Dj Cosmic, der schreckliche Sven, Stachi und Kotze waren ja auch die coolsten Boys auf der ganzen Welt.“ An Selbstvertrauen mangelte es dem Vierer aus Hamburg jedenfalls nicht.

Ich meine auch völlig zu Recht. Denn trotz dieses Chaos und der ständig im Raum stehenden Frage „Aller, was wollen die eigentlich grade von mir?“ hatten Fishmob nebenbei einige Songs für die Ewigkeit aus dem Ärmel geschüttelt.

Vater will uns sehen beispielsweise besaß mit der Refrainzeile „Und dann hält er mich fest und dann brüllt er mich an! Jetzt komm Sie auf die Wache, junger Mann! Sie haben das Recht zu schweigen, denken Sie daran, weil alles gegen Sie verwendet werden kann“ einen absoluten Stimmungsmacher. Denn hier wurde der Missmut gegen unsere Herren in damals noch grün und weiß, zum kleinsten gemeinsamen Nenner. Und wer hatte mit denen nicht schon mal eine unerfreuliche Begegnung oder schlimmer sogar den besungenen Knüppel im Nacken? Fast jeder hatte einen guten Grund um hier unterstützend mitzujohlen.

Aber wie bereits erwähnt machten die Jungs auch keinen Bogen um sozialkritische Themen wie in „Du nennst mich Penner“, „4:55“ oder auch im leicht irre führenden Titel „Fickpisse“. Es wurde konsequent der Finger in Deutschlands Wunden gelegt und wenn nötig auch mit Nachdruck gebohrt. Eine gesunde Portion Anarchie schwappte bei Fishmob eigentlich immer mit.

Das ständige Wechselspiel aus Blödsinn und Ernsthaftigkeit machte die Faszination Fishmob aus. Ein ganz eigener Stil, den die Jungs auch auf dem Nachfolger Power konsequent durchzogen. Und zwar noch extremer und mit noch mehr Chaos. Das führte zu weniger Hits aber zu noch mehr Lachern.

Die Band gibt es leider schon einige Jahre nicht mehr und doch sollte mal jeder der es noch nicht getan hat mal in diese beiden Alben reinhören. Mindestens ein dickes Schmunzeln ist jedenfalls garantiert …

Manuel

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