Das musste lauter: Aerosmith – Get a grip

Gefühlte 73 Single-Auskopplungen und genauso viele Musikvideos mit Alicia Silverstone im offenen Hemdchen und Fuck You-Pose. Klar, hier geht es um Aerosmith und zwar um meinen ersten Kontakt zur Band überhaupt. „Get a grip“ kam 1993 über Umwege zu mir. Umwege waren nötig, denn ich hielt Aerosmith bis dahin kaum besser als die anderen üblichen Verdachtigen in dieser Sparte, wie Bon Jovi beispielsweise. Über allen thronte damals Guns N´Roses, welche ja wie schon oftmals beschrieben, keine Götter neben sich duldeten. Auch keinen Steven Tyler.

Eine glückliche Fügung ließ mich schließlich aus irgendeinem mir nicht mehr bekannten Grund, mitten in der Nacht, MTV einschalten. Und hier lief „Living on a edge“. Der Song packte mich beim ersten hören an den Eiern und ließ diese bis zum nächsten morgen nicht mehr los um mich schließlich an diesen in den nächsten CD-Laden zu ziehen. „Get a grip“ gehörte mir.

Das großartige „Eat the rich“ legte schnell den Grundstein um zu erkennen, das Aerosmith weit besser als Bon Jovi waren. Okey,  nicht besser als Guns N´Roses, aber immerhin ziemlich gut. Viele gute Songs wie „Get a grip“, „Flesh“ oder „Shut up and dance“ folgten.

Das Album rund machten aber die Balladen wie „Crazy“ , „Cryin´“ und „Amazing“. Astreine Songs waren das. Später nervten sie irgendwann, weil jeder dieser Songs ein eigenes Video bekam und man an ihnen kaum mehr vorbei kam, weil sie bei MTV und VIVA auf heavy-heavy-heavy- rotation liefen. Spätestens hier hätte ich meinen ersten Kontakt mit Aerosmith gehabt. Ich bin aber froh, dass ich diesen aus eigenen Stücken bereits vorher hatte.

Kurz nach „Get a grip“ kam meine Neuausrichtung zum Punk-Rock und so blieb es das einzige Album welches ich von Aerosmith mein Eigen nennen darf. Wer aber interessiert ist, dem seien noch „Janie´s got a gun“ und „Dream on“ aus Aerosmith´s früherer Zeit an Herz gelegt. Die haben die Zeit bis heute überdauert und sind immer noch ganz großartige Songs.

Abschließend steht „Get a grip“ aber auch noch für eine meiner dunkelsten Kinheitserinnerungen. Ein Keller, zwei pubertierende Jungen, ein Keyboard und ein Kasettenrekorder mit Mikrofon. Der Stoff aus dem Horrorfilme sind. Die Band „The Corpse Boys“ … was für ein Name, das Album „Temple of dark streets“ … was für ein Name, das Cover „Amazing“ von Aerosmith. Die Band löste sich nach diesem Nachmittag auf, die Freundschaft kurze Zeit später und das Album … genau! … erschien nie. Die Kassette wurde verbrannt, aber ähnlich wie Freddy Krüger sucht sie mich manchmal nachts im Traum heim. 1-2-Amazing kommt vorbei …

Manuel

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