Review: Bedtime For Charlie – Bright Light City Skyline

Bedtime For Charlie machen melodischen Punkrock, wie ihn Millencolin, Rise Against und Strike Anywhere auch machen. So liest man es in der Biographie und an jeder Ecke des Internets, wo diese Band erwähnt wird. Habe ich jetzt auch erwähnt. Stimmt ja auch. Nur dass die Stimme von Nikola Sarcevic mehr Spaß macht und die Schweden eingägigere Lieder rausgehauen haben. Aber hier gehts ja nicht um Schweden, sondern um Italien. Denn Bedtime For Charlie kommen aus Rom und haben sich dort lange Jahre durch den punkigen Untergrund gespielt, bis nun mal wieder ein Full Length Album rausgesprungen kommt.

Beim Opener Throwing Life Away will der Funke noch nicht so recht überspringen. Der gemeinsame Gesang kommt nicht so richtig gut rüber und der Song kommt insgesamt nicht in Schwung. Vielleicht hätte man nicht andauernd “Throooooooooooooowiiiing life away” singen sollen. Was soll’s, weiter geht’s mit Collide. Und der Song macht richtig Spaß. Schöner Start, der gleich in die Gelenke geht und nach Moshpit schreit. Guter Einstieg, viel Druck und Tempo. So soll es sein. Liebe Freunde, sowas nennt man “Hit”!

Gleich darauf folgt Swim With The Sharks und das schlägt in die gleiche Kerbe. Gutes Tempo, ordentlich Geknüppel, hemmungsloser Gesang und ein zwar zugegebenermaßen nicht gerade einfallsreicher, aber immerhin schön eingängiger Refrain machen diesen Song ebenfalls ziemlich rund. Im letzten Viertel des Songs wird auch an die “Fäuste in die Höhe reckende Live-Crowd” gedacht. Hier dürfte es im Club und vor der Bühne ordentlich zur Sache gehen.

Airplane, Discomfort Is My Fuel und Lockjaw können das Niveau nicht ganz halten und driften so ein wenig in Richtung Mid-Tempo-Pop-punk ab. Vielleicht mehr so richtig Lagwagon und No Use For A Name in dieser Phase. Nicht schlecht, aber man horcht schon nicht mehr so genau hin. Dann kommt The Snake und man ist doch wieder bei der Sache. Schöne Instrumentals, etwas mehr Tempo, intensiverer Gesang, Erinnerungen an den einen oder anderen NOFX-Song und schon haben wir wieder einen guten Track. Die Sache mit den Vergleichen ist natürlich ein wenig unschön. Wer würde schon beim neuen NOFX-Album in ein paar Monaten schreiben, sie hören sich an wie Bedtime For Charlie. Aber so ist es nun mal. Versteht es als Kompliment an die Band. Mit I Never Sold Out Because I Never Got The Chance kommt dann ein herrlich ehrlicher Sing-a-long-Song. Der Titel sagt hier schon alles. Der Refrain geht so dermaßen schnell ins Ohr und setzt sich erst mal fest. Also wieder ein Pluspunkt für die tapferen Römer.

Mit Checking Out The Waves, Minefields And Getaways und Pavements kommen in der Folge drei durch die Bank solide Bretter, die zwar nicht enttäuschen, aber allesamt nicht das Besondere zu bieten haben. We’re On The Bridge macht den Rausschmeißer und lässt noch mal aufhorchen. Zwar ist auch das keine Bombe, aber immerhin gut hörbar. Gilt insgesamt für das ganze Album, wenn man sich mit der Stimme arrangieren kann. Ich kämpfe da an der einen oder anderen Stelle immer mal wieder. Vor allem wenn gemeinsam gesungen wird, klingt das für mich das eine oder andere mal einfach zu schwammig und nicht energisch genug. Ansonsten gibts an diesem Werk zwischen (Melodic)-Punkrock und Skate-Punk nicht viel zu kritteln. Innovation dürft ihr nicht erwarten, aber ein solides Album mit Ausreißern nach oben.

Highlights:
- Swim With The Sharks
- Collide

Lowlights:
- Die ganz großen Hits fehlen

Service:
Swim With The Sharks

Fazit:
Solider Punkrock aus Italien, der weit über dem durchschnittlichem Einheitsbrei dieses Genres liegt.

Christopher sagt:
(7 von 10 Punkten)
Die Leser sagen:

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars6 Stars7 Stars8 Stars9 Stars10 Stars (No Ratings Yet)

Loading ... Loading ...