Review: Garbage – Not Your Kind Of People
Mit I Think I’m Paranoid und The World Is Not Enough hatten Garbage vor langer langer Zeit mal zwei Songs im Gepäck, die ich wirklich toll fand. Danach verabschiedete sich die Band aus meinem Blickfeld. Bis ich vor kurzem Blood For Poppies hörte. Das kam so angenehm knarzig und catchy daher, dass ich mir glatt in einem schwachen Moment das Album gekauft habe. Inzwischen bereue ich das. Denn mit der Frische von besagtem Song können nicht mal ansatzweise alle Lieder des 2012er Outputs der Herren um Shirley Manson mithalten.
Aber fangen wir vorne an. Automatic Systematic Habit ist ziemlich geil. Elektroniklastig, verzerrt und dramatisch geht’s los. Eingängig, laut und mit ordentlich Tempo direkt ins Ohr. Das weiß zu gefallen. Am Start ein Ausrufezeichen gesetzt. Big Bright World kommt zurückhaltender daher. Die Instrumentals flackern unter der einnehmenden Stimme von Shirley mehr oder weniger monoton vor sich hin, bis nach einer Minute im Refrain eine kleine aber feine Explosion durch den Song knallt und aus dem anfangs schüchternem Song ein amtliches Popgewitter werden lässt. Kann man durchaus auch noch mögen.
Control kommt vom Sound ziemlich cool und von den Lyrics ziemlich verletztlich daher. Würde nach drei Minuten nicht der komische Verzerrer ausgepackt, würde ich den Track ebenfalls noch auf der Habenseite versuchen. Das nervt aber so dermaßen. Puh, muss man erst mal schaffen. Mit Not Your Kind Of People sind wir dann beim Titeltrack des Albums angelangt. Langsam, ruhig und besinnlicher als die Start-Tracks wird hier zu Werke gegangen. Erinnnert mich vom musikalischen her ein klitzebißchen an Songs von Katzenjammer. Zwar sind dort nicht diese langgezogenen (nervigen) “aaaaaaaaaahhhhhhh”-Passagen und der Gesang ist natürlich auch ganz anders, aber von der Stimmung passt es. Felt ist dann so eine vollgequirlte Sound-, Gesangs, und Effektsuppe, dass ich tatsächlich Schwierigkeiten habe, den Song durchzuhören. Setzen, sechs! Man On A Wire weiß mit dem Stakkato-Geknarze aber durchaus zu gefallen. Das rumgestampfe auf den Strophen korrespondiert schön mit den kraftvollen Gesangseinlagen und den energischen Refrains. Warum Garbage sowas nicht öfter auf die Beine stellen, ist mir ein Rätsel. Mit Beloved Freak wird noch eine schöne abschließende Ballade gebracht, die dem Ohr nicht weh tut und die man in passenden Stimmungslagen auch gerne mal hören wird. So richtig großartig ist das aber nicht. Auch wenn der Song zugegebenermaßen äußerst stimmig und atmosphärisch dicht daherkommt.
Und jetzt: Ende. Jaja, ich weiß. Ich bin weder auf Sugar noch auf I Hate Love oder Battle In Me eingegangen. Ist Absicht. Lohnt nämlich nicht. Die plätschern einfach so am unteren Ende der Skala entlang. Auch wenn hier von lahmer Ballade bis rockigem Elektrogeschnörkel durchaus ein abwechslungsreiches Spektrum geboten wird. Nur gut ist es leider nicht geworden.
Highlights:
- Automatic Systematic Habit
- Big Bright World
- Man On A Wire
Lowlights:
- Mehr oder weniger der ganze Rest
- Teilweise überfrachteter Soundbrei
Service:
Blood For Poppies, I Hate Love, Sugar, Automatic Systematic Habit
Fazit:
Drei ganz gute Songs, viel Mittelmaß und einige Songs, die gar nicht gehen. Daher in der Wertung nur “Ausreichend”, aber nicht mehr.







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