Review: The Static Age – Mercies (EP)
Mein erster Kontakt mit The Static Age war so ein Zufallsding vor knapp zwei Wochen. Irgendwie ist mir der Link zum Gratissong Eulogy in die Hände gefallen. Bei der Beschreibung stand irgendwo das Wort “Punk” mit drin und ich klickte einfach mal rauf. Was hat man in der Woche abends kurz vorm Schlafen auch schon anderes zu tun … Punkig war das, was ich dann hörte, nicht. Und es stellte sich bei genauerem hinschauen dann auch raus, dass es ein Mix aus Post-Punk und Wave-Pop sei, den die Bandgründer Andrew Paley und Adam Meilleur uns hier auf die Ohren geben. So war ich zwar einigermaßen irritiert, aber auch ein wenig angetan, von dem direkt ins Ohr gehenden Sound. Hört sich durchaus gut an, was mir mit Eulogy vorgesetzt wird. Obwohl ich mit der Stimme zunächst doch ein wenig auf Kriegsfuß stand. Das war mir ein Stück weit zu gechillt und hingehaucht. Hat sich aber schnell gelegt und der Song hat es in den letzten Tagen auf eine beachtliche Rotation bei mir gebracht.
Das wiederum machte mich neugierig aufs Album Mercies. Wieder falsch. Ist nämlich kein Album, sondern eine EP. Und davon gibt’s keine Reviews. In der Regel jedenfalls nicht. Heute schon. Los geht das fast 25-minütige Wave-Indie-Abenteuer mit City. Durchaus krawallige erste Sekunden laden ein, in den atmosphärisch dichten Sound einzutauchen. Mit weit mehr als fünf Minuten fällt der Einstieg recht langwierig aus, doch wissen Keyboard- und Synthieklänge sowie die hingehauchte Stimme im Zusammenspiel mit kräftigen Gitarren und Drums durchaus zu gefallen. Komisch. Ich mag Indie ja gar nicht so. Mit Interpol, Alkaline Trio und den Editors kann man mich eigentlich jagen. Und von The Cure und Joy Division fallen mir auf Anhieb auch jeweils kaum mehr als eine Handvoll Songs ein, die mir richtig gefallen. Egal. Weiter geht’s. Mit Eulogy, das ich ja bereits erwähnte und das im Grunde ziemlich exakt da weitermacht, wo City angefangen hat. Eingängig, nicht immer ganz sicher, ob der Sound jetzt freundlich oder traurig daher kommt. Aber eigentlich auch ganz schön. Mag auch am Tempo des Songs liegen. Schön, dass sie ihn nicht als lahme Ente eingespielt haben, sondern auch hier ein bißchen Gas geben.
These Days folgt als dritter Song und beginnt noch ein Stückchen aufgeweckter. Der Refrain mit seinen langgezogenen Wörtern gefällt mir zwar nicht so richtig, aber es ist ja auch wenig “punk” und viel “post und wave-pop”, was wir hier vorgesetzt bekommen. Also durchaus nicht verwunderlich. Und ganz nett anzuhören ist es ja trotzdem noch. Mit Bengal wird’s ruhiger. Atmosphärischer. Langsamer. Intensiver. Ein einmütiges Intro, bevor der Gesang dich einhüllt und eine Indiewelle über dich hereinprasselt. Schön. Nicht “geil, fetzig, cool”. Eigentlich einfach schön, entspannend und stimmig. Als letzter Song präsentiert sich Lady Now noch eine Spur zurückgenommener. Zwar legt Andrew Paley sich hier stimmlich etwas mehr ins Zeug, aber so langsam werde ich ob dieser ganzen Harmonie und Independent-Attitüde doch unruhig. Und sehne mich nach druckvollerer Musik. In meiner Mediathek folgt jetzt übrigens Static-X. Und ich skippe nicht. Trotzdem: Ein Achtungserfolg für die Indie-Fraktion. Übrigens ist das Album nicht im stationären Handel zu bekommen, sondern ausschließlich online zu beziehen. Entweder bei der Band selber oder über den Downloadshop eures Vertrauens. Eine Chance solltet ihr den Herrschaften aus Burlington, Vermont aber durchaus mal geben.
Highlights:
- City
- Eulogy
Lowlights:
- Nicht so recht meine Baustelle
- Zu lahm, zu entspannend …
Fazit:
Werden The Static Age zukünftig in meinen “A-Playlists” vertreten sein? Vermutlich nicht. Werden Sie es in die “Auto-Playlist” und die “Standard-Terrassen-Abende-Playlists” schaffen? Auf jeden Fall!







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