Review: The Offspring – Days go by
Days go by lautet der Titel des mittlerweile neunten Studioalbums meiner Jugendhelden von The Offspring. Ein Album zum achtundzwanzigsten Bandgeburtstag. Wer nun aber denkt, die Jungs seien erwachsen oder gar alt geworden, den darf ich schon einmal beruhigen. Dem ist nicht so! Klar klingen The Offspring nicht mehr oft wie vor fünfzehn bis zwanzig Jahren, aber sie wehren sich mit allen Mittel, ja leider teilweise auch recht grenzwertigen, dagegen ins Rock-Altersheim im idyllischen Linkin Park abgeschoben zu werden.
Der Opener The future is now bollert recht straight los und klingt so wie The Offspring halt die letzten zehn Jahre auch schon klangen, nämlich rockig und stabil. Nichts was einen nun vor Freude jauchzen lässt, aber wirklich okey. Interessanter wird es da schon bei Secrets from the underground, denn hier haben die Jungs um Dexter Holland einen richtig eingängigen Refrain gebastelt. Dieser Song ist für mich eines der Highlights des Album. Das klingt zwar auch nicht nach The Offspring wie ich sie lieben gelernt habe, aber wohl nach The Offspring, wie ich sie mir verdammt nochmal sehr gut anhören kann.
Der Titeltrack Days go by und Turning into you lassen dann die Anfangseuphorie etwas abebben. Beiden Songs fehlt ein wenig der Druck, diese letzte Portion Emotion, um aus einem Larifari-Song einen guten Song zu machen.
Aber genau so einen guten Song schieben Offspring dann mit Hurting as one nach. Yeehaw! Da ist endlich mal wieder dieser Offspring-typische „Ohhh Ohhh Ohhh“-Backgroundgesang, der mich an die „Smash“-Zeit erinnert. Ich bin erstmal nur dankbar und angenehm überrascht für diesen kleinen Ausflug in meine Vergangenheit.
Und Schnitt!
Was die nächsten gut dreizehn Minuten passiert, kann selbst ich als großer Offspring-Sympathisant nur schwer ertragen. Es gibt wohl nur drei Bands, die bei mir eigentlich machen dürfen was sie wollen. Nämlich Millencolin, The Bates, also damals zumindest, und eben The Offspring. Moment! Wirklich alles? Die Antwort lautet seit heute: NEIN!
Cruising California (bumpin´in my Trunk) ist so ein typischer Spaßtitel von The Offspring. Möchte man zumindest meinen. Klar ist der mit einem riesigen Augenzwinkern verbunden, aber während Why don´t you get a job oder Worst hangover ever wirklich noch witzig waren, ist dieser musikalische Griff ins Klo einfach nur peinlich. Man kann nun einwerfen, dass der Song nach einem Träger Bier schon wieder Spaß macht, weil er so schlecht ist, aber hey, das machte Lenas Sattelite auch. Merkste was? Ich würde gerne zurück ins Jahr 1984, dem Gründungsjahr von The Offspring, und den jungen Dexter und Noodles diesen Mist vorspielen. Das kann nicht der Anspruch einer solchen Band sein. Dann gibt es mit All I have left is you wieder so eine Nerv-Ballade. Könnte ja gehen… aber nicht von The Offspring. Balladen waren echt noch nie ihr Ding. Die dreizehn Minuten werden schließlich gebührend mit dem ultranervigen OC Guns abgeschlossen. Gut, vielleicht bringt der Song mit seinen Bläsern und leichtem Reggae-Rhytmus ein wenig Abwechslung, aber nerven tut es trotzdem erheblich. Das ist gar nichts.
Und Schnitt!
Mit Dirty magic ist ein Titel des Hammer-Albums „Ignition“ in leicht veränderter Form neu abgemischt worden. Das Original gefällt mir besser, weil der Refrain besser knallt, aber da der Track an sich ne Wucht ist bleibt trotzdem ein richtig gutes Lied übrig. Daumen hoch für diese mutige Entscheidung.
Und da wir grade in der Vergangenheit verweilen kommt mit Dividing by Zero noch das Highlight gegen Ende des Albums. Anfänglich klingt das Ding fast nach dem selbst benannten Debütalbum und entwickelt sich dann stark in Richtung Smash. Kurz,knackig,großartig und vor allem durch und durch Punk-Rock.
Abschließend habe ich, die erbärmlichen dreizehn Minuten ausgenommen, The Offspring so ein gutes Album kaum mehr zugetraut. Es ist halt Licht und Schatten. Das Licht der früheren Tage und die damit verbundenen guten Momente überwiegen für mich aber glücklicherweise. Es steckt mehr Smash als Splinter in Days go by und das ist toll. Wem eine halbe Stunde Offspring in guter Form reichen darf zugreifen.
Highlights:
Dividing by Zero
Secrets from the underground
Hurting as one
Klingt ab und an nach dem Smash-Album
Lowlights:
Die dreizehn schwärzesten Offspring-Minuten mit …
Cruising California
All I have left is you
OC Guns
Service (Youtube-Videos):
Cruising California
Days go by
Fazit:
Mehr Licht als Schatten. Mehr Smash als Splinter. Mehr Punk-Rock als Pop-Rock. Sounds okey for me …







Eins A Review! Wo muss ich unterschreiben?
Album gekauft und die drei “Ausfälle” im iTunes ausgeklickt, jetzt ist es ein echtes Offspring-Album mit neun Tracks. Das wird die nächsten Wochen mächtig rotieren bei mir.
Wenn man die drei faulen Eier rauskickt hat man ein nettes Album. Geschickt gemacht
Sehe ich genau so, 3 lieder rausschmeißen uns sonst ein sehr gut hörbares Album!!