Review: For Reasons Of State – On A Bus Leaving Tirana
Schwedische Bands stehen bei mir hoch im Kurs. Millencolin, Royal Republic und auch The Hives oder Mando Diao. Alles gut hörbar. Wenn mir nun also eine CD auf den Tisch fliegt mit den Attributen “schwedisch”, “punkig” und “rockig” ist das prinzipiell schon mal ein guter Anfang. Mal wieder ein Bonuspunkt, bevor ich überhaupt was gehört habe. Wenn die drei Jungs von For Reasons Of State dann mit Two Hearts Are Warmer Than One beginnen, bin ich zunächst etwas irritiert. Es kommt ein wenig handzahmer daher, als ich erwartet habe, etwas getragener und nicht sooo locker flockig easy. Eher rockig als punkig. Die lyrics werden werden etwas langsamer und bedächtiger vorgetragen. Egal, der Song ist gut. Und bleibt im Gehörgang hängen. Was will man mehr. Ich bin doch irgendwie positiv überrascht, von dem was ich zu hören bekomme.
Mit All Those Beauvoir Nights kommt allerdings schon beim zweiten Lied ein Knick. Diese monotonen Sounds und Lyrics nerven mich ziemlich. Der Song nimmt dann zwar noch ein bißchen Fahrt auf, erreicht mich aber nicht mehr. Revolutionaires Await You macht es da besser. Zwar klingt das so ein wenig nach rumgenöle, was der Sänger da von sich gibt, es ist aber mitreißender dargebracht. Aber eben nicht richtig geil. Das zeigt sich auch als größtes Manko des Albums. Es ist ganz gut, aber eben nicht richtig geil. Bis jetzt ist das eher so eine Festival-Nachmittags-Rockband, die ich meistens wegen des Grillens oder Biertrinkens verpasse.
Bis zum fünften Track, denn da geht’s plötzlich rund: There Will Be Broken Bones macht richtig was her. Der Name ist Programm. Schon nach wenigen Sekunden nimmt einen der Song für sich ein, die Tempowechsel mit den mahnenden Lyrics. Wirklich fein gemacht. Ein Platz in meinen nächsten Playlisten ist den Jungs mit dem Ding auf jeden Fall sicher. Und wenn man so in Hochstimmung gebracht wurde, hat es das fast schon eingängige Can You Turn The Music Up Now That We’re Dying auch etwas leichter. Strategisch gut platziert auf dem Album, würde ich sagen. Denn auch hier bin ich begeistert. Auch dieser Song geht richtig gut ins Ohr, ist schön schnell und hat kein Nervpotential. Wenn die drei Schweden es doch nur schaffen würden, die Qualität des Openers und dieser beiden Songs durchzuhalten, nicht auszudenken, was das für ein Album hier wäre! Conquer Me und It Won’t Be Too Long fallen aber leider wieder etwas ab. Nicht falsch verstehen: Das sind keine schlechten Songs und mit Sicherheit findet die auch der ein oder andere ziemlich gut, aber bei mir zünden die einfach nicht. Auch Challenge Everything entwickelt nach recht gutem Beginn leider eher Nervpotential mit den irgendwie aufdringlich daherkommenden Wiederholungen des Songtitels als “Refrain”. Mit La La La sind wir dann urplötzlich auch schon am Ende des Albums. Der Song kommt mit so einer gewissen Grundschwere nicht so richtig in Gang. Das ist mir einfach zu langsam und unspektakulär. Könnte man vielleicht ganz gut als Intro beim Betreten der Bühne bei Live-Auftritten verwenden. Und dann gleich loslegen
Highlights:
- There Will Be Broken Bones
- Turn The Music Up Now That We’re Dying
- Two Hearts Are Warmer Than One
Lowlights:
- Der Rest fällt leider etwas ab
- Teilweise ganz ordentliches Nervpotential
Fazit:
Drei Kracher reichen für eine überdurchschnittliche Punktzahl. Von For Reasons Of State dürfte man in Zukunft mit Sicherheit einiges hören. Aktuell reicht es aber dann doch nur für gute sechs Punkte.







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